AutorInnen und JournalistInnen in Gefahr

11. Mai 2001, 18:33
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Bericht mit dem Titel "Writers in Prison" veröffentlicht

Erfurt - Weltweit sind im vergangenen Jahr 708 AutorInnen inhaftiert oder bedroht worden. Nach einem Bericht mit dem Titel "Writers in Prison", den Karin Clark auf der Jahrestagung des P.E.N.-Zentrums Deutschland am Freitag in Erfurt verlas, wurden 19 SchriftstellerInnen im Jahr 2000 getötet und 22 mit dem Tode bedroht. Von Menschenrechtsverletzungen besonders betroffen seien der Iran, der Irak, Syrien, Afghanistan, Algerien, Sudan, Sierra Leone, Angola, China, Vietnam, Rußland, Kuba, Peru und Kolumbien.

So führe unter anderem in China die Zuspitzung der wirtschaftlichen und sozialen Lage zu einer Eskalation der Verfolgung von Schreibenden. Dies vor allem auch, wenn sie zur wachsenden Gemeinde der Falun-Gong-AnhängerInnen gehörten, sagte Clark.

Eingeschränkte Pressefreiheit

In Russland schränke Präsident Putin als Folge prekärer wirtschaftlicher und politischer Bedingungen die Pressefreiheit mehr und mehr ein. Der Journalist und Lyriker Grigorij Pasko sei des Verrats angeklagt worden und habe mehrere Jahre in Haft verbracht, noch ehe seine Verhandlung abgeschlossen gewesen sei, weil er die nukleare Verseuchung des Japanischen Meeres durch die russische Marine öffentlich gemacht habe.

Im Iran verstärke die islamische Führung zeitgleich mit dem Verbot von rund 30 reformorientierten Zeitungen und Zeitschriften den Druck auf das freie Wort. Der "lange Arm der Mullahs" reiche bis nach Deutschland. So sei Ende Mai 2000 gegen den Essener Verleger Dawoud Nemati wegen der von ihm betriebenen persischen Auflage von Salman Rushdies "Satanischen Versen" eine Morddrohung ausgesprochen worden. Seither stehe die Familie Nemati unter Polizeischutz, sagte Clark. (APA/AP)

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