Aufschub der Jugoslawien- Geberkonferenz könnte fatale Folgen haben

11. Mai 2001, 17:41
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Experten warnen vor drohendem Kollaps der regionalen Wirtschaft

Belgrad - Eine Aufschub der internationalen Geberkonferenz für Jugoslawien hätte nach Ansicht von Wirtschaftsexperten weitreichende Folgen für das Land. Nach Einschätzung von Miroslav Zdravkovic von der Belgrader Wirtschaftsexpertengruppe "G-17" könnte dies Jugoslawien in den nächsten zehn Jahren 3,5 Millionen Dollar (3,99 Mill. Euro/54,9 Mill. S) kosten. "Käme es infolge des Aufschubs zu sozialen Unruhen, würden sich die Kosten in einer zehnjährigen Zeitspanne auf zehn Millionen Dollar belaufen", sagte Zdravkovic am Freitag in Belgrad.

Die US-Regierung hatte ihre Unterstützung für die Geberkonferenz an "konkrete Fortschritte" bei der Zusammenarbeit Belgrads mit dem Tribunal für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien geknüpft. Nach Ansicht von Zdravkovic ist die Mehrheit der jugoslawischen Bevölkerung gegen eine Auslieferung des früheren Präsidenten Slobodan Milosevic an das Tribunal, weil sie sich der negativen Folgen für die Widerstandspolitik nicht bewusst ist.

"Es wird ein großer Schaden für uns sein, werden sich die USA an der Geberkonferenz nicht beteiligen", warnte auch der Belgrader Experte für Privatisierungen, Milan Kovacevic. Als weltweit größter Kapitalanleger hätten die USA auch auf Investoren aus anderen Staaten großen Einfluss. Die jugoslawische Regierung hofft, bei der ursprünglich für Anfang Juni in Brüssel geplanten Geberkonferenz Investitionen in Höhe von rund 1,2 Milliarden Dollar an Land zu ziehen. (APA)

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