Economy-Class- Thrombose: Neue, klarere Zahlen

11. Mai 2001, 21:45
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London - Londoner Wissenschaftler gelangten zur Einschätzung, dass das Risiko, eine so genannte Economy-Class-Thrombose zu erleiden, 40 mal höher ist als ursprünglich angenommen, die Folgen jedoch geringer. Immerhin jeder zehnte Langstrecken-Flugpassagier leidet an Blutklumpen in den Beinen; das Risiko daran zu sterben sei allerdings niedriger, berichtet BBC am Freitag. Die meisten Blutklümpchen bleiben nämlich ohne Symptome, so die Kernaussage.

Spezielle Stützstrümpfe, die von manchen Airlines ausgegeben werden, können nach Ansicht der Forscher das Risiko senken. Die Studie des britischen Wissenschaftlers John Scurr, die im Wissenschaftsmagazin "The Lancet" veröffentlicht wurde, hat unter den Forschern bereits zu heftigen Diskussionen geführt.

Im März haben Mediziner, Flugzeugexperten und Luftfahrtbehörden beschlossen, weitere Untersuchungen der Thrombose-Opfer durchzuführen, weil die Zahl angeblich stark gestiegen war. Insgesamt hieß es damals, dass rund zehn Personen pro Jahr an den Folgen von Thrombosen sterben, wenn die Blutklumpen in die Lunge gelangen.

Scurr, der am Middlesex und der Universitätsklinik in London arbeitet, hat mit speziellen Ultraschall-Geräten, die noch feiner als herkömmliche Apparate arbeiten, mehr Fälle von Thrombose-Patienten entdeckt. Insgesamt beobachtete das Forscherteam über 200 Langstrecken- Passagiere, die länger als acht Stunden in Flugzeugen verbrachten. Die Hälfte der Passagiere erhielt Stützstrümpfe. Bei dieser Gruppe gab es keinen einzigen Fall von verklumptem Blut, während bei zehn Prozent der anderen Passagiere kleine Blutklümpchen gefunden wurden: "Manche dieser Klümpchen lösten sich gleich wieder auf, andere hingegen gehen auf wie Samen in der Erde". (pte)

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