Europäische Weltraumbehörde präsentiert sich in Graz

11. Mai 2001, 21:01
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Jede Menge Modelle und Stolz auf heimischen Anteil

Graz - Bis Sonntag, den 20.Mai, präsentiert sich die Europäische Weltraumagentur (ESA) am Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz. Im Rahmen der "Science Week" läuft eine Ausstellung im Atrium des neuen Grazer Forschungszentrums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Gezeigt werden Modelle der europäischen Trägerrakete Ariane-5, der Internationalen Raumstation ISS sowie der Satelliten Cluster Huygens, Rosetta, und Envisat.

"Wir wollen auch einen Eindruck über den Grazer Anteil an der europäischen Weltraumforschung und der Forschungsaktivitäten am Institut geben", so der Grazer Satellitengeodät Hans Sünkel, der dem langjährigen ÖAW-Institutsvorstand Willibald Riedler nachgefolgt ist. Zusätzlich hat man ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen durch das Institut und einen so genannten "Experimentierpfad" am 16. Mai ab 11.00 Uhr zusammengestellt.

Das IWF ist an der Entwicklung und dem Bau von Geräten an Bord der Mission Cassini/Huygens beteiligt: 1997 startete eine gemeinsam von NASA und ESA entwickelte Sonde ihre mehrjährige Reise zum Saturn. Die europäische Landesonde Huygens wird im Jahre 2004 vom Cassini-Orbiter getrennt und beginnt die eigentliche Mission - die Landung auf dem Saturnmond Titan. Dort wird sie in sechs Experimenten die Oberfläche und Atmosphäre des Titan untersuchen, deren Zusammensetzung vielleicht ähnlich jener in Urzeiten der Erde ist. Vom IWF stammen sowohl der so genannte ACP (Aerosol Collector and Pyrolyser) und HASI (Huygens Atmospheric Structure Instrument). Bei dem Experiment GCMS (Gas Chromatograph and Mass Spectrometer) ist das IWF an der Datenauswertung beteiligt.

Die von der NASA entwickelte Raumsonde Cassini wird nach der Trennung der europäischen Landesonde Huygens mit Hilfe von zwölf Experimentes das Saturnsystem untersuchen. Man erwartet sich wichtige Erkenntnisse über den Planeten selbst, seine Ringe und Magnetfeld und deren Plasmawechselwirkungen untereinander. An Bord dieser Landesonde ist beim Experiment RPWS (Radio and Plasma Wave Science) hiesige Arbeit beteiligtt.

Im Jahr 2003 wiederum wird die ESA die Raumsonde Rosetta mit einem Landeteil zum Kometen Wirtanen schicken, wo sie nach neun Jahren ankommen soll. Das IWF entwickelt dafür gemeinsam mit europäischen Partnerinstituten das Raster-Kraft-Mikroskop MIDAS zur Analyse von Staubteilchen, die kleiner als 1/1000 Millimeter sein können. Beteiligungen bestehen auch an weiteren Instrumenten, unter anderem an chemischen und physikalischen Analysestationen für das Material der Kometenoberfläche (MUPUS), an dem Analysegerät COSIMA nach der Methode der Sekundärionen-Massenspektroskopie für den Staub in der Koma und an dem Magnetfeldmeßgerät RPC-MAG. (APA)

"Graz und Europa im Weltraum",
Atrium der Akademie der Wissenschaft in Graz,
Schmiedlstraße 6,
8042 Graz
Tägl. 9.00 bis 18.00 Uhr
bei freiem Eintritt
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