UNHCR-Statistik: Jeder dritte Flüchtling kommt aus Afghanistan

11. Mai 2001, 15:53
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Gefolgt von Burundi und Irak - Pakistan beherbergt zwei Millionen Flüchtlinge

Genf - Jeder dritte Flüchtling kommt aus Afghanistan. Das von Krieg und Terror erschütterte Land stellt mit 3,6 Millionen Menschen rund 30 Prozent des weltweiten Flüchtlingsheeres. Das geht aus einer am Freitag in Genf veröffentlichten Statistik des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) hervor, die die Zahl der Flüchtlinge oder Vertriebenen zwischen dem 1. Jänner 2000 und Jahresbeginn 2001 vergleicht. Deutschland gehört hinter Pakistan und Iran zu den Ländern, die die meisten Flüchtlinge aufnehmen.

Auf Afghanistan folgt der zentralafrikanische Staat Burundi, aus dem 567.000 Menschen vornehmlich nach Tansania geflohen sind. Aus dem Irak zogen 497.400 Menschen unfreiwillig zumeist in den Iran. Von den von der UNHCR "betreuten Menschen" (people of concern) leben unter anderem fast 8,5 Millionen in Asien, 5,6 Millionen in Europa und 5,3 Millionen in Afrika. In Lateinamerika kletterte die Zahl von rund 90.000 auf etwa 575.000 Menschen. Die 3,8 Millionen Palästinenser, die unter einem UNO-Sonderprogramm betreut werden, sind in der Statistik nicht enthalten.

800.000 kehrten heim

Insgesamt kümmerte sich das UNHCR zu Beginn dieses Jahres um 21,1 Millionen Menschen oder jeden 284. Erdenbewohner. Am Stichtag 1. Jänner 2000 waren es 22,3 Millionen, was aber nach Angaben von UNHCR-Sprecher Ron Redmond weitgehend auf eine andere Zählweise zurückzuführen ist.

Pakistan nimmt mit zwei Millionen Menschen, vornehmlich Afghanen, die meisten Menschen auf. Im Iran leben 1,9 Millionen Flüchtlinge. In Deutschland wurden 900 000 gezählt. Nach UNHCR-Verständnis sind Flüchtlinge Menschen, die außerhalb ihres Landes leben und nicht zurückkehren, weil sie wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Meinung oder ihrer sozialen Gruppe um ihr Leben fürchten müssen. Zu der Statistik gehört auch, dass fast 800 000 Menschen in diesem Zeitraum in ihre Heimat zurückgekehrt sind, die meisten nach Afghanistan und in das ehemalige Jugoslawien.

Deutschland nimmt mit fast 118.000 Menschen im Jahr 2000 auch bei den Asylsuchenden einen Spitzenplatz ein (1999: 138 000), gefolgt von den USA mit 91.600 (81.640). Die Zahl der Asylanträge in der Schweiz nahm von über 46.000 auf 17.610 im Jahr 2000 ab. (APA/dpa)

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