Jospin: Euro-Bargeld erleichtert Zinssenkungen

11. Mai 2001, 15:42
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Frankreichs Premier glaubt nicht an Preiserhöhungen im Handel durch Währungsumstellung

Paris - Die Einführung des Euro-Bargelds Anfang 2002 wird nach den Worten des französischen Ministerpräsidenten Lionel Jospin zu einem höheren Euro-Kurs führen und weitere Leitzinssenkungen erleichtern. Damit der Euro zu einer "erwachsenen" Weltwährung werde, müssten die Banknoten und Münzen in Umlauf kommen, sagte Jospin am Freitag bei einer Tagung in Paris.

"Das ist auch ohne Zweifel (die notwendige Bedingung), um den Euro zum Dollar zu stärken und die Senkung der Zinssätze fortzusetzen", sagte er. Die Bargeld-Einführung wird nach Einschätzung Jospins außerdem dazu beitragen, zum Nutzen der Verbraucher die Preise für Güter und Dienstleistungen ohne Verzerrungen zu vereinheitlichen.

Preiserhöhungen unwahrscheinlich

Die französische Regierung gehe nicht davon aus, dass Einzelhändler und Hersteller eine eventuelle Verwirrung durch die Währungsumstellung für Preiserhöhungen nutzen werden. Dennoch betonte Jospin, seine Regierung werde verstärkt darauf achten, dass die Inflation nicht auf diese Art und Weise voran getrieben werde.

Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) überraschend die Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt und dies mit niedrigeren Inflationsgefahren begründet. Der Schlüsselzins in der Euro-Zone liegt jetzt bei 4,50 Prozent. (APA/Reuters)

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