"Ein bisschen viel Selbstbeweihräucherung vom ORF und von der Musikindustrie"

11. Mai 2001, 23:26
5 Postings

Hubert von Goiserns kritische Worte bei der "Amadeus Award"- Verleihung wurden zusammengekürzt

Wien - Im allgemeinen Jubel hatten seine Worte eher herb gewirkt: Hubert von Goisern hatte bei dem am Mittwoch abgehaltenen "Amadeus Austrian Music Award 2001" in seiner Dankesrede für die Auszeichnung als bester Solokünstler von "bisschen viel Selbstbeweihräucherung vom ORF und von der Musikindustrie" gesprochen und den ORF-Verantwortlichen vorgeworfen, sich zu wenig um österreichische Popmusik zu kümmern und nur zu spielen, was die Leute hören wollten. Bei der ORF-Aufzeichnung tags darauf wurde diese Kritik jedenfalls nicht in ihrem vollen Wortlaut gesendet. Dagegen protestiert der Österreichische Musikrat nun in einer Aussendung "aufs Schärfste".

"Hubert von Goisern hat anlässlich der Verleihung des Amadeus-Awards 2001 in seiner Dankesrede sehr scharfe und sehr mutige Worte über die geringe Präsenz österreichischer Musiker in den Programmen des ORF gefunden: Der stürmische und einhellige Beifall des dort anwesenden, zum Teil sehr prominenten Publikums hat gezeigt, wie aktuell und brisant das Thema ist", heißt es in der von Musikrat-Präsidenten Harald Ossberger unterzeichneten Stellungnahme. "In der am folgenden Tag (10. Mai) ausgestrahlten Aufzeichnung der Veranstaltung fehlte der größte und wesentlichste Teil der Rede und wurde damit vom ORF auf eine relativ harmlose Kritik zurechtfrisiert. Der Österreichische Musikrat protestiert aufs Schärfste dagegen, dass der ORF auf diese Weise seinem Publikum die Wahrheit vorenthält und damit seiner Informationspflicht nicht nachkommt."

"Der Österreichische Musikrat stellt sich nachdrücklich hinter Hubert von Goisern, der sich mit vorbildlicher Zivilcourage der Situation seiner um ihre Existenz ringenden Kolleginnen und Kollegen angenommen hat", heißt es abschließend. (APA)

Share if you care.