Vorarlberg testet die Bürgerkarte

11. Mai 2001, 14:16
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Eine der 30 Versuchskarten für Landeshauptmann Sausgruber

Bregenz - Das Land Vorarlberg möchte die Technologie der ab 2003 bundesweit vorgesehenen digitalen Bürgerkarte möglichst früh einsetzen und technologische Erfahrungen sammeln. Deshalb wurde von der Vorarlberger Telekommunikationsgesellschaft (VTG) eine Infrastruktur für digitale Kommunikation zwischen Land und Gemeinden entwickelt. Um die Möglichkeiten zu erproben, wurde im Ländle als Vorgriff ein Feldversuch mit Chipkarten und elektronischen Signaturen gestartet. Eine der 30 Chipkarten wurde für Landeshauptmann Herbert Sausgruber ausgestellt.

Damit steht dem elektronischen Behörden- und Amtsverkehr bis hin zur Unterschrift auf Anträgen nichts mehr im Wege, vorerst wird allerdings nur intern von allen Möglichkeiten Gebrauch gemacht. Vorarlberg wolle bei Einführung der bundesweiten Bürgerkarte von Anfang an mittun und dann technologisch gut gerüstet sein, sagten Sausgruber und VTG-Geschäftsführer Heinz Loibner am Freitag bei der Vorstellung des Ländle-Feldversuches.

Feldversuch für know how

Zu den künftigen Möglichkeiten einer modernen Verwaltung gehöre der Amtsweg via Computer, die elektronische Transaktion zwischen Bürger und Behörde. Um Know how zu sammeln, laufe daher innerhalb des Vorarlberger Verwaltungsnetzes dieser Feldversuch. Am Montag (14.5.) will sich Sausgruber mit einer Vorarlberger Delegation in Nürnberg über einen ähnlichen Testlauf für Bürgerkarten mit digitaler Signatur informieren.

So wie heute schon Internet-Banking selbstverständlich sei, könnten in Zukunft viele Behördenkontakte elektronisch erfolgen. Sausgruber: "Vorarlberg ist punkto elektronischer Information und Kommunikation schon gut unterwegs. Anfragen per E-Mail zu stellen oder Formulare vom Formularserver des Landes herunterzuladen ist durchaus schon Standard." Bald werde man Antragsformulare auch ausfüllen und den Bearbeitungsstatus am Computer mit verfolgen können. Dazu sei aber Rechtssicherheit notwendig, die durch die Gleichsetzung der digitalen Unterschrift mit der physischen Unterschrift durch das Signaturgesetz rechtlich möglich wurde.

Für die technische Umsetzung sei der Einsatz von Chipkarten mit exakten Sicherheitsmerkmalen notwendig. Die Chipkarten dienen zur Anmeldung an gesicherten Informationsdiensten, zur digitalen Signatur von Nachrichten und Dokumenten, zur zusätzlichen Verschlüsselung von Nachrichten sowie zur Nutzung von elektronischen Formularen. Laut VTG-Chef Loibner kann eine elektronische Signatur mehr Sicherheit bieten als eine Unterschrift auf Papier, weil auf dem gesicherten elektronischen Dokument anschließend keine Änderungen mehr erlaubt seien. (APA)

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