Geheimcode: "Besteck"

11. Mai 2001, 14:05
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Erfolgreiche Manger begehen dabei keine Fehler

Es ist kaum zu glauben, wie viele - sonst topversierte Manager - ihre liebe Not mit dem Besteck haben: Welchen Teil verwendet man für welchen Gang? Oder: Ich bin mit dem Essen fertig, mein Gast aber noch nicht - wie positioniere ich Messer und Gabel richtig auf dem Teller?

Mit dem Besteck komminizieren

Dabei ist das Besteck die wichtigste Hilfe der nonverbalen Kommunikation während des Essens und somit eine Art Geheimsprache, mittels der man vor allem mit dem Servierpersonal elegant kommunizieren kann. Das Einfachste ist die Verwendung des richtigen Bestecks zum jeweiligen Speisegang.

Vorausgesetzt, Sie sitzen im Restaurant und der Ober bedient Sie so aufmerksam und perfekt, dass jeweils das richtige, nämlich zu verwendende Besteck "ganz außen" aufliegt. Fürchten Sie sich also nicht, wenn Sie im Haubenrestaurant links und rechts vom Teller vier Gabeln und vier Messer und vielleicht noch zwei Löffel realisieren. Sie nehmen immer jenes Messer, jene Gabel oder jenen Löffel, der das äußere Ende der Besteckgruppe bildet, zuerst und arbeiten sich "vertrauensvoll" Gang für Gang von "außen nach innen" vor.

Essenspause

Einer der häufigsten Fehler, der allerdings passiert, ist die Fehlinterpretation der "Bestecklage am Teller." Wenn Sie mit dem gerade servierten Gang noch nicht beendet haben, jedoch eine kurze Pause einlegen wollen, müssen Sie Messer und Gabel auch dementsprechend für den Ober erkennbar positionieren: Das heißt, Messer und Gabel sind zu kreuzen, wobei die Gabelspitze, also die Zinken, nach unten zeigen.

Fertig

Wenn Sie Messer und Gabel parallel und schräg auf den Teller legen - wobei das Messer rechts von der Gabel zu liegen kommt - bedeutet dies nämlich, dass Sie mit dem Essen respektive dem Gang fertig sind. Für das Servierpersonal ist es das Zeichen, dass Ihr Teller weggenommen werden darf. Der geschulte Kellner macht das natürlich erst, wenn jede Person an Ihrem Tisch seinen Gang beendet hat.

Faux pas

Das pure Grausen kann einem kommen, wenn man beim Business Lunch als "Gegenüber" keinen Esser, sondern einen "Schlinger" ertragen muss. Derlei Business People sind wohl meist "internetgeschädigt" und haben offensichtlich noch nicht realisiert, dass Sie nun erwachsen sind und der Nachbar-Zögling nichts mehr wegessen kann.

Diese "Staubsauger" halten dann oft noch Messer und Gabel "ganz unten" und nicht - wie es sich gehören würde - möglichst weit von der Schneide beziehungsweise den Zinken entfernt. In ganz schlimmen Fällen gestikulieren Sie dann noch mit dem Besteck herum, oder schlecken gar das Messer ab!

Erfolgreich

Wer keine Manieren hat, und dazu gehören vor allem auch die richtigen Sitten bei Tisch, macht nicht nur einen denkbar schlechten Eindruck, sondern agiert auch höchst unprofessionell. Der erfolgreiche Manager/Unternehmer hat basics wie den "Besteckcode" einfach zu beherrschen.

Von Wolfgang Rosam
  • Artikelbild
    foto: marcel mochet
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