ÖGB, AK und Buko für "zukunftsweisende Uni-Politik"

11. Mai 2001, 13:49
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Gemeinsame Stellungnahme der Interessenvertretungen zur Uni-Reform

Wien - Für eine "zukunftsweisende Universitätspolitik" sprechen sich der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), Arbeiterkammer (AK) und die gesetzliche Vertretung der Universitätsassistenten, die Bundeskonferenz des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals (Buko) in einer am Freitag veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme aus. Bildung, Wissenschaft, Forschung und die Erschließung der Künste würden zu den Kernaufgaben des Staates zählen. Deshalb habe der Staat weiterhin seine Verantwortung für die Sicherung der politischen Rahmenbedingungen wahrzunehmen.

Dazu müssten die Freiheit von Lehre, Forschung und der Erschließung der Künste gesichert und das Recht auf Bildung - im Sinne eines offenen und der Chancengleichheit verpflichteten Universitätszuganges - gewährleistet werden, heißt es in der Stellungnahme. "Betriebsähnliche Organisationsmodelle erweisen sich für diese komplexe Aufgabenstellung als ungeeignet" und werden daher von den drei Interessenvertretungen abgelehnt." ÖGB, AK und Buko fordern, der Diskussion um alternative Modelle größeres Augenmerk zu schenken.

Breite Diskussion erwünscht

AK, ÖGB und BUKO treten dafür ein, dass "Reformen im Universitätsbereich einer breiten Diskussion unterzogen werden, statt Maßnahmen gegen den Willen der Betroffenen durchzuziehen." Sie fordern ein universitäts- und forschungspolitisches Gesamtkonzept vorzulegen, "statt unausgegorene und missverständliche Schlagworte zur Diskussion zu stellen". Vorrang vor Experimenten müsse die Evaluierung der bisherigen Reformen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung erst jüngst vollzogener Reformschritte haben.

Das staatliche Budget der Universitäten sollte nach Meinung der drei Organisationen für ein verbessertes Studienangebot und zur Hebung der Forschungsquote statt für die beträchtlichen Zusatzkosten, die eine Ausgliederung verursachen würde, aufgewendet werden. ÖGB, AK und Buko fordern schließlich den Erhalt der Mitbestimmung aller an der Universität Tätigen, die Wiederherstellung des gebührenfreien und offenen Zugangs zu den Universitäten sowie die konsensorientierte Verhandlung des Dienstrechts. (APA)

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