Dänemark: Ausdehnung des Elternurlaubs gefordert

11. Mai 2001, 13:46
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Bisher 26 Wochen möglich

Wien/Kopenhagen - Mit einem Vorstoß zur Verlängerung des Elternurlaubs setzen die konservativen Oppositionsparteien in Dänemark die sozialliberale Minderheitsregierung von Ministerpräsident Poul Nyrup Rasmussen unter Druck. Da die Finanzierung dieser grundsätzlich populären Maßnahme aber umstritten ist, könnte der Vorschlag erst umgesetzt werden, wenn die konservativen Fraktionen bei den Wahlen gewinnen, schreibt die dänische Tageszeitung "Politiken" (Internet-Ausgabe) am Freitag. Politische BeobachterInnen gehen davon aus, dass Rasmussen kommende Woche Neuwahlen ausschreibt.

Derzeit haben dänische Mütter Anspruch auf 24 Wochen "Kinderurlaub", wobei die letzten zehn Wochen mit dem Partner geteilt werden können. Väter haben nach Ablauf der 24. Woche Anspruch auf weitere zwei Wochen Urlaub - der so genannte "Vaterurlaub". Der Vorschlag von Rechtsliberalen ("Venstre") und Konservativen sieht nun vor, den Zeitraum auf insgesamt ein Jahr auszudehnen. Über die Finanzierung dieses Vorschlages herrscht aber Uneinigkeit. Während des Elternurlaubs steht dem Elternteil ein Kindergeld von maximal 2.937 Kronen (394 Euro/5.415 S) pro Woche zu - dies gilt für privatwirtschaftlich Beschäftigte. Öffentliche Bedienstete erhalten für den Zeitraum des Elternurlaubs eine Lohnfortzahlung.

Auf wenig Gegenliebe stieß der Vorstoß von Venstre und Konservativen bei den Regierungsparteien ("Radikale" und Sozialdemokraten), von den übrigen im Parlament vertretenen Fraktionen aber wird er begrüßt. Regierungschef Rasmussen stehe damit unter "deutlichem Druck", berichtet die Tageszeitung "Berlingske Tidende". Gelobt wird vor allem die flexiblere Handhabung, da ein Recht auf Teilzeitarbeit und die freie Aufteilung des Urlaubs zwischen Mutter und Vater vorgeschlagen wird. Die SozialpartnerInnen befürchten allerdings, dass ein verlängerter Elternurlaub zu Arbeitskräftemangel führen könnte. (APA)

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