Botanischer Garten in Linz erhielt Gedenkstätte für KZ-Häftlinge

11. Mai 2001, 13:33
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Unter ihm befand sich Stollensystem des Lagers Linz II

Linz - Der Linzer Botanische Garten hat im Zuge seiner Umgestaltung nicht nur neue und verbesserte Besuchereinrichtungen erhalten, sondern auch eine Gedenkstätte , die an das Nebenlager Linz II des nationalsozialistischen KZ Mauthausen erinnert. Die Gestaltung durch die beiden deutschen Künstler Kurt Hoheisel und Andreas Knitz wurde am Freitag in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Unter dem heutigen Gelände des Botanische Gartens befand sich das Stollensystem des Lagers Linz II. Rund 380 Häftlinge mussten von Februar 1944 bis Mai 1945 für den Ausbau eines Luftschutzstollens Zwangsarbeit verrichten. Im Gedenken an sie wurde nun ein kleiner Weg mit Mauthausener Granitsteinen gepflastert, der den Besucher zu Lüftungsschächten führt. Ein Bewegungssensor löst eine unterirdische Klanginstallation aus, die an die Arbeitsgeräusche der Häftlinge erinnern soll.

Die beiden Gestalter Horst Hoheisel und Andreas Knitz hatten als Referenz für adäquate Gestaltung das "Denkmal als Erinnerung an eine Erinnerung" am Appellplatz des didaktisch als vorbildhaft geltenden KZ Buchenwald.

Horst Hoheisel, 1944 in Posen geboren und promovierter Forstwirt, begann erst als 30-Jähriger ein Kunststudium mit dem Schwerpunkt Bildhauerei. Seit 15 Jahren setzt er sich in seinem künstlerischen Werk intensiv mit der NS-Thematik auseinander. Er bestritt seither nicht nur zahlreiche Ausstellungen im deutschsprachigen Raum, auch das Museum of Modern Art und das Jewish Museum in New York haben Arbeiten von Horst Hoheisel zum Thema Holocaust in ihre Sammlungen übernommen. Andreas Knitz, 1963 in Ravensburg geboren, ist Architekt und gelernter Möbelschreiner. (APA/red)

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