"Mazedonien steht vor einem Bürgerkrieg"

11. Mai 2001, 12:48
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EU-Koordinator Hombach macht albanischen Nationalismus für Eskalation verantwortlich

Skopje/Wien - "Mazedonien steht vor einem Bürgerkrieg". Diese Befürchtung äußerte der Koordinator des Balkan-Stabilitätspaktes, Bodo Hombach, gegenüber der mazedonischen Zeitung "Dnevnik" (Freitag-Ausgabe). Die Situation sei viel schlimmer als erwartet, sagte Hombach. Sowohl die Internationale Gemeinschaft als auch die mazedonischen Politiker seien sich sicher gewesen, dass in diesem Land das Problem des gemeinsamen Lebens verschiedener Völker gelöst worden sei.

Die Gewalt in Mazedonien, so Hombach, sei aber eng verbunden mit der im Kosovo. Deshalb müsse man zuerst die Probleme im Kosovo lösen, um in der ganzen Region Frieden schaffen zu können. Hombach sieht die Quellen des albanischen Nationalismus in Pristina, der Hautstadt Kosovos. Die Befürworter eines "Großalbanien" würden nicht in Tirana sitzen. Das Hauptproblem seien "einzelne Intellektuelle in Pristina", wurde Hombach am Freitag von der jugoslawischen Nachrichtenagentur Tanjug zitiert. Mit diesen Intellektuellen sei er in Konflikt geraten, erklärte der Stabilitätspakt-Koordinator. "ich habe ihnen auch erklärt, dass sie "mit dem Feuer" spielen und am Ende die Albaner selbst den größten Schaden haben werden."

Im Kosovo, betont e Hombach, müsse jede Gewalt verhindert werden. "Man muss eine rote Linie ziehen, über die niemand gehen darf." Den Politikern müsse klar gemacht werden, dass sie keine Unterstützung bekommen, wenn sie Gewalt tolerieren, so Hombach. (APA)

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