Kurt-Vorhofer-Preis 2001 geht an Armin Thurnher

11. Mai 2001, 13:54
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"Engagement gegen Medienkonzentration und für Pressefreiheit"

"Falter"-Chefredakteur Armin Thurnher (52) erhält heuer den mit 100.000 Schilling dotierten Kurt-Vorhofer-Preis. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass Thurnher sich durch "soziale Verantwortung, stilistische Brillanz und unkonventionelle Betrachtungsweise" auszeichnet. Seine Arbeit besteche darüber hinaus "durch mutiges Engagement im Kampf gegen Medienkonzentration und um Pressefreiheit", hieß es am Freitag in einer Aussendung. Der Preis wird am 21. Mai im Parlament überreicht.

"Im Übrigen bin ich der Meinung, die Mediaprint muss zerschlagen werden"

Armin Thurnher wurde 1949 in Bregenz geboren und gründete - nach Studien der Anglistik, Germanistik und Theaterwissenschaft in Wien und New York - 1977 die Wiener Stadtzeitung "Falter". Thurnher ist Chefredakteur des "Falter" und publiziert in zahlreichen in- und ausländischen Medien. Im wöchentlichen "Falter"-Leitartikel "Seinesgleichen geschieht" setzt er sich mit der österreichischen Innenpolitik und der heimischen Medienlandschaft auseinander - zuletzt beschrieb der "Etappen des Autoritarismus" der Bundesregierung bei der Kontroverse um die geplanten Strafbestimmungen für Journalisten. Gegen Medienkonzentration schreibt Thurnher seit rund fünf Jahren auch mit seinem persönlichen "ceterum censeo" an: "Im Übrigen bin ich der Meinung, die Mediaprint muss zerschlagen werden", so der wöchentliche Abschluss seines Kommentars.

Bisherige Preisträger: Engelbert Washietl, Katharina Krawagna-Pfeifer, Karl Danninger, Christoph Kotanko und Andreas Koller

Zu Thurnhers jüngsten Bucherscheinungen zählen "Das Trauma, ein Leben. Österreichische Einzelheiten" und "Heimniederlage. Nachrichten aus dem neuen Österreich", beide im Zsolnay-Verlag. Thurnher erhielt 1990 den Preis der Stadt Wien für Publizistik, im Vorjahr wurde ihm der Bruno-Kreisky Preis für das politische Buch verliehen.

Der Kurt-Vorhofer-Preis wird seit 1996 von der Journalistengewerkschaft in Kooperation mit der "Kleinen Zeitung" und

der P.S.K. für publizistische Leistungen im Bereich der politischen Berichterstattung vergeben. Der 1995 verstorbene Namensgeber des Preises, Kurt Vorhofer, war viele Jahre stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Wien-Büros der "Kleinen Zeitung".

Erster Vorhofer-Preisträger war der Journalist Engelbert Washietl, der heute als stellvertretender Chefredakteur beim "Wirtschaftsblatt" tätig ist. 1997 ging der Preis an die Innenpolitik-Chefin des "Standard", Katharina Krawagna-Pfeifer, 1998 an Karl Danninger, Leiter der Wien-Redaktion der "Oberösterreichischen Nachrichten". 1999 hat Christoph Kotanko, stellvertretender Chefredakteur und Innenpolitik-Chef des "Kurier", die Auszeichnung erhalten, im Vorjahr wurde Andreas Koller, Innenpolitik-Chef und Leiter der Wiener Redaktion der "Salzburger Nachrichten" (SN), gewählt. (APA)

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