Biogase noch mehr als Potenzial sehen

12. Mai 2001, 17:55
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Fraunhofer-Institut bastelt an optimierter Verwertung

Oberhausen - Biogase gelten durch die in der industrialisierten Landwirtschaft anfallenden Mengen als Klimaproblem, aber auch als ungenutzte Ressource. Eine Weiterentwicklung einer Biogasanlage wurde nun vorgestellt, ein neues Energieversorgungskonzept, mit dem nicht nur aus Gülle Energie gewonnen werden kann, sondern auch die dabei entstehende Abwärme sinnvoll zur Klimatisierung genutzt.

Wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile sollen erzielt werden: Eine optimierte Anlage spart Heizkosten, erzeugt preiswerte Kälte aus Abwärme, liefert Strom, verringert den Ausstoß von Treibhausgasen und die Nitratauswaschungen ins Grundwasser und schließt den Kreislauf von Nährstoffen aus organischen Abfällen.

Die entwickelnden Forscher des Fraunhofer Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) in Oberhausen stellten fest, dass die meisten Biogasanlagen ihre Abwärme nur unzureichend nutzen. An einem Modellprojekt, einem Bauernhof in Nordrhein-Westfalen, soll jetzt die Lösung dieses Problems gezeigt werden. Dort sollen neben der hofeigenen Biomasse wie Gülle, Grünschnitt und Maissilage auch die Lebensmittelabfälle eines Industriebetriebes zu Biogas vergoren werden.

Insgesamt soll ein jährliches Gülle-Volumen von 4.000 Kubikmetern, 4.500 Tonnen Reststoffen aus dem Industriebetrieb und 2.000 Tonnen Maissilage in der Anlage verarbeitet werden. Mit dem daraus gewonnen Biogas wird ein Blockheizkraftwerk betrieben, das jährlich etwa zwei Mio. Kilowattstunden Strom produzieren soll. Der gewonnene Strom, ungefähr der Verbrauch von 500 Haushalten, wird von den Anlagebetreibern ins öffentliche Netz eingespeist.

Bei der Stromerzeugung falle aber auch eine Wärmemenge von drei Mio. Kilowattstunden im Jahr an - genutzt zum Beheizen der Ställe, des Wohnhauses, der Büroräume und eines Industrieunternehmens genutzt", so Kabasci. Zudem werde mit der Wärme eine thermische Kälteanlage betrieben, die ähnlich wie der Kühlschrank im Campingwagen aus Abwärme Kälte erzeugt. So könnten im Sommer die Wohn- und Büroräume klimatisiert werden, bis zu drei Viertel der anfallenden Wärmeenergie genutzt.

Auch könne der Gärrückstand als Flüssigdünger für die Felder weiterverwendet werden. (pte/red)

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    grafik: www.umsicht.fhg.de
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