Rettungsaktion für verhungernde Robbenbabys

11. Mai 2001, 11:01
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Tiere sollen an Bord eines Schiffes in die Barentssee gebracht werden

Moskau - Eine russische Schifffahrtsgesellschaft will Zehntausende vom Verhungern bedrohte Robbenbabys retten. Ein Schiff mit Zoologen und 50 Seeleuten an Bord sollte noch am Freitag in Weiße Meer aufbrechen, wie Anatoli Schtin, der Direktor der Schifffahrtsgesellschaft Murmansk, erklärte. Ein Hubschrauber fliege die Region ab um festzustellen, wo die Rettungsarbeiten konzentriert werden sollten.

Die Robbenbabys sollen in Netzen mit Hilfe von Flaschenzügen an Bord des Schiffes gehoben und zum Kap Kanin am Eingang der Barentssee gebracht werden, wo sie wieder freigelassen werden sollen. Die Aktion könnte nach Angaben des Fernsehsenders NTW umgerechnet bis zu 1,55 Mill. S (112.643 Euro) kosten. Wer die Rechnung zahlt, war nicht bekannt.

Im Weißen Meer südöstlich von Murmansk sind nach Angaben von Wissenschaftern mehr als 200.000 Robbenbabys vom Verhungern bedroht. Ungewöhnlich starker Wind habe die kleinen Robben nach ihrer Geburt davon abgehalten, zu geeigneten Futterplätzen in der Barentssee zu gelangen. Von den 350.000 in diesem Jahr geborenen Tieren würden vermutlich weit mehr als die Hälfte verhungern, erklärte das russische Polarinstitut für Fische und Ozeanographie in Archangelsk am Dienstag. Die Jungtiere treiben in der Regel auf Eisschollen nach Norden in die Barentssee, wo die Fische und Krustentiere, von denen sie sich ernähren, für sie erreichbar sind. (APA/AP)

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