Medienkrieg über "Loft-Story" in Frankreich

11. Mai 2001, 10:31
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Größter Privatsender wirft Konkurrenten "Müll-Fernsehen" vor

Die Zuschauerrekorde der ersten französischen "Big Brother"-Version mit dem Titel "Loft Story" haben in Frankreich einen Medienkrieg eingeleitet. Der größte private Fernsehsender TF1 warf dem "Loft Story"-Sender M6 den Einstieg in das "Müll-Fernsehen" vor. Die Sendung über eine 70-Tage-Wohngemeinschaft unter ständiger Kamera-Kontrolle falle mit dem Eintritt der Bertelsmann-Tochter RTL Group in M6 zusammen, sagte TF1-Chef Patrick Le Lay der französischen Tageszeitung "Le Monde" (Freitagausgabe). RTL-Group wies diese Vorwürfe sogleich zurück. Die Sendeleitung von M6 entscheide "in völliger Unabhängigkeit über die Beiträge des Senders", hieß es in einem Kommunique.

"Man kann nicht alles im Fernsehen zeigen"

"Man kann nicht alles im Fernsehen zeigen", sagte Le Lay, der ein ähnliches Programm im Sommer (Die Abenteurer von Ko Lanta) starten will. Le Lay warf dem Konkurrenten M6 vor, eine Vereinbarung über die Ablehnung von "Big Brother-ähnlichen Sendungen verletzt zu haben. Mit der Vereinbarung wollten die Sender den Franzosen die Auswüchse derartiger Programme zu ersparen. Der Krieg zwischen beiden Privatsendern hatte beim Sendestart von "Loft Story" am 26. April begonnen. Die Zuschauerzahlen von M6 sind seitdem sprunghaft von durchschnittlich 13 auf 16,5 Prozent gestiegen. Bisheriger Rekord waren 5,3 Millionen Zuschauer am 7. Mai für die Ausstrahlung der abendlichen Zusammenfassung.

Auf dem Gebühren-Kanal von M6 wird eine unzensierte Version von "Loft Story" ausgestrahlt, während im regulären Programm 120- minütige Zusammenfassungen zu sehen sind. In Deutschland dagegen sind die Diskussionen um die Containershow "Big Brother" längst abgeebbt. ebenso wie die Zuschauerresonanz. Das Finale der mittlerweile 3. Staffel ist am 12. Mai. (APA/dpa)

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