Schlafstörungen können Vorboten von Schizophrenie sein

11. Mai 2001, 09:47
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Weitere Frühsymptome: Ängste, Gereiztheit, Energielosigkeit, und Konzentrationsstörungen

Köln - Appetit- und Schlafstörungen können nach einer Studie der Universität Köln erste Anzeichen einer Schizophrenie sein. Weitere Frühsymptome sind wahnhafte Beziehungsprobleme und Verfolgungswahn, wie Thomas Obergrießer von der Psychiatrischen Klinik der Hochschule als Ergebnis einer Befragung von 41 Schizophrenie-Patienten mitteilte. Ebenfalls von den Betroffenen bemerkt werden nach Angaben des Experten Ängste, Gereiztheit, Energielosigkeit, Konzentrationsstörungen und innere Unruhe.

Bei vielen Patienten komme es zudem zu ungewöhnlichen Denkinhalten, Hypersensibilität, Sorge um Selbstdarstellung, Verlust des Selbstvertrauens sowie zu Alkohol- und Drogenproblemen, berichtete der Mediziner. Die Mehrzahl der Patienten sind laut Obergrießer allein stehend. Nur ein Viertel habe eine feste Beziehung. Dies sei vor allem auf die auftretenden Frühsymptome zurückzuführen, die die Attraktivität der Patienten für mögliche Partner verminderten.

Als auffällig bezeichnete es der Mediziner, dass die Betroffenen nur in Ausnahmefällen Hilfe aufsuchen, wobei nichtärztliche Unterstützung ebenso wenig gefragt sei wie psychiatrische. Nur jeder zehnte der Befragten habe vor der Einweisung in die Klinik Hilfe in Anspruch genommen. Der Psychiater plädierte für ein spezifisches Betreuungssystem für schizophrene Ersterkrankte, um damit möglicherweise den eigentlichen Ausbruch der Psychose zu verhindern. (APA)

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