Muttermilch schützt Kinderherzen

11. Mai 2001, 09:24
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Weniger Risikofaktoren nach langem Stillen

Hamburg - Muttermilch ist der beste Schutz für Kinderherzen. Das ergaben zwei Studien aus England und Schottland, wie die Initiative gesund leben und ernähren (IGE) in Hamburg berichtete. Säuglinge, die mehr als 15 Wochen gestillt wurden, weisen demnach als Jugendliche weit weniger Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung auf.

Wissenschafter in Dundee stellten bei einer Untersuchung von Teenagern im Alter von elf bis 13 Jahren einen Zusammenhang zwischen der Art der Säuglingsnahrung und späteren Krankheiten fest. Bei Babys, die bereits vor der 15. Lebenswoche auf Muttermilch verzichten mussten, verschlechterte sich den Experten zufolge der Blutfluss in den Arterien.

Die Folge: 20 Prozent der Kinder wiesen erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerwerte auf. Ebenfalls ein Fünftel der untersuchten Teenager zeigte Veränderungen der Blutgefäße. Muttermilch enthalte im Vergleich zu Kuhmilch einen besonders hohen Anteil an günstigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, erklärten die Forscher.

Niedriger Blutdruck

Ähnliche Ergebnisse erzielten der Initiative zufolge Wissenschafter in London: 216 Babys erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder Muttermilch, einen Standard-Milchersatz oder einen speziellen Milchersatz für Frühgeborene. 15 Jahre später ergaben die Untersuchungen: Die mit Muttermilch ernährten Kinder hatten einen deutlich niedrigeren mittleren Blutdruck als die mit Milchersatz gefütterten.

Beide Untersuchungen zeigten, dass die Ernährung in den ersten Lebensmonaten einen größeren Einfluss auf den späteren Gesundheitszustand habe als bisher angenommen, betonte die Hamburger Gesundheitsinitiative. Cholesterinspiegel und Blutzuckerwert seien wichtige Faktoren, die schnell zu den klassischen Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung werden könnten. (APA/AP)

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