Wiener Zahnklinik entwickelt strahlungsarmes Röntgen

10. Mai 2001, 21:39
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Strahlenbelastung für den Patienten um neunzig Prozent reduziert

Wien - Der Wiener Universitätszahnklinik ist es nach eigenen Angaben international erstmals gelungen, ein Röntgenverfahren zu entwickeln, das die Strahlenbelastung für den Patienten um neunzig Prozent reduziert, erklärt André Gahleitner von der Abteilung für Radiologie.

Durch die extreme Reduzierung der Strahlung könnten jetzt alle Vorteile der Computertomographie genutzt werden. Die genauen Untersuchungsergebnisse ermöglichen frühzeitige Diagnosen von Erkrankungen des Kiefers und der Zähne. "Jetzt kann man die CT darüber hinaus auch bei Kindern zur Diagnose einsetzen", sagt Gahleitner. Inzwischen werde auch die Magnetresonanz für diesen Zweck verwendet, die ganz ohne Röntgenstrahlen auskommt. Damit sind völlig neue Einblicke ins Körperinnere möglich. Anders als beim Röntgen können mittels MR zum Beispiel die Durchblutung der Zähne oder Entzündungen besser dargestellt werden, was bei Zahntransplantationen und nach Kieferoperationen wesentlich ist.

Vor Ort die gesamten Röntgenbilder per Internetübertragung

Die neuen bildgebenden Verfahren ermöglichen aber auch einen raschen und unkomplizierten Datenaustausch, zum Beispiel um sich während einer Operation im Bedarfsfall den Rat eines Spezialisten von woanders einzuholen. "Mittels Teleradiologie erhält der behandelnde Zahnarzt vor Ort die gesamten Röntgenbilder per Internetübertragung", erklärt Gahleitner. An der Zahnklinik wurde eigens dafür eine EDV-Software entwickelt, mit der eine hochgradige Kompression der digitalen Bilddaten zur reibungslosen Übertragung der Röntgenbilder möglich ist. Damit wird die Einholung einer zweiten ärztlichen Meinung erleichtert, wie sie etwa in den USA gang und gäbe ist. (rbe, DER STANDARD Print-Ausgabe 9. Mai 2001)

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