"Wahnsinns"-Gagen bei "Taxi O"

18. Mai 2001, 11:59
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Kameraleute murren über Verträge der Produktionsfirma

Für Unmut unter den Kameraleuten von "Taxi Orange" sorgen die Verträge mit der Produktionsfirma Interspot. Wollen sie für die ORF-Reality werken, verlangen ihnen die Verträge zum einen selbstständige Tätigkeit - mit Konkurrenzklausel - ab. Und zudem deutlich unter den Tagsätzen des Kollektivvertrags für klassische Kameraleute liegende 2200 Schilling für "Schichten", im Schnitt neun Stunden.

Kurt Brazda, Chef des Verbandes Österreichischer Kameraleute, zu derlei Bedingungen für Berufskollegen grundsätzlich: Selbstständigkeit sei, "um es hart zu sagen, nicht korrekt"; der Kollektivvertrag sehe wegen Weisungsgebundenheit Anstellung vor. Die Gage sei "ein Wahnsinn."

Rudolf Klingohr, Geschäftsführer der Produktionsfirma Interspot sieht die Lage anders: "Haben sie eine eigene Firma", sprich einen Gewerbeschein, "so gelten diese Kameramänner als selbstständig und müssen nicht angestellt werden." Auch für die Gage von 2200 Schilling hat er eine Erklärung: Nicht Kameraleute, die "kreative Arbeit" leisteten, werkten bei "Taxi Orange", sondern nur so genannte Schwenker. Nach deren Tagsatz im Kollektivvertrag sich ihre Gage auch richte, ergänzt die "Taxi Orange"-Sprecherin des ORF, Stefanie Groiss. Diese "Kameramänner im Verbund" befolgten lediglich die Anweisungen der Regie. Was freilich wohl auch ihre klassischen Kollegen tun sollten. Stefan Schennach, ORF-Kurator der Grünen, fordert indes, dass "der ORF Subverträge seiner Partnerfirmen prüft".

Klingohr, bei Anfrage etwas unwirsch: "Wenn sich wer aufregt, dann kann er das bei mir tun." (fid/jed/DER STANDARD, PRINT-AUSGABE, 11.5.2001)

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