Theater in Frankfurt: Nexus - "kein Labor"

10. Mai 2001, 20:34
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Österreichische Intendantin Schweeger will Diskussion und Kommunikation

Frankfurt/Main - Mit einer "Balance" zwischen neuem Theater und Stadttheater-Repertoire will Frankfurts neue Schauspiel-Chefin Elisabeth Schweeger ihre erste Saison am Main bestreiten. Nach dem Spielzeitstart (2.11.) mit der Uraufführung des Theaterprojekts "Gold" des Filmregisseurs Peter Greenaway und dessen Frau Saskia Boddeke sollen 26 Inszenierungen bis Juni 2002 folgen, kündigte die österreichische Theatermacherin (und Kommissärin des Österreich-Beitrags der diesjährigen Biennale von Venedig) am Donnerstag in Frankfurt an.

Gemeinsam mit Anselm Weber als neuem Spielleiter und dem Schauspieler und Regisseur Udo Samel als Berater und "festem Gast" hat Schweeger neben Greenaways Stück zehn weitere Uraufführungen und eine deutsche Erstaufführung geplant. In das auf 30 SchauspielerInnen aufgestockte Ensemble wurden fünf aus der Truppe des scheidenden Intendanten Peter Eschberg übernommen.

Neudefinitionen und -interpretationen

Schweeger, bislang Chefdramaturgin am Bayerischen Staatsschauspiel und Leiterin der Marstall-Bühne, betonte bei der Spielplan-Vorlage mit Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff (SPD) die Notwendigkeit, "Vielfalt" zu präsentieren. Auch gelte es in Zeiten der Globalisierung, die Rolle eines Individuums in der immer komplexer gewordenen Gesellschaft neu zu definieren.

Dabei wolle sie "kein Theaterlabor" in Frankfurt eröffnen und auch nicht den dortigen Avantgarde-Bühnen TAT-Theater und Mousonturm Konkurrenz machen. Sie wolle Altes mit Neuem konfrontieren und Schnittstellen zwischen Kunst, Neuen Medien, Wirtschaft und Politik herausfinden. Nordhoff, der mit Schweeger bei den Vertragsverhandlungen in Streit geraten war, nannte den Spielplan "sehr gelungen". Er versprach, das Theater mit den notwendigen Mitteln auszustatten, damit Frankfurt "konkurrenzfähig" sei.
(APA/dpa)

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