Die Europäische Zentralbank und ihre geldpolitischen Instrumente

10. Mai 2001, 15:57
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Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) mit Sitz in Frankfurt zählt neben der amerikanischen Federal Reserve zu den weltweit wichtigsten Notenbanken. Sie bestimmt die Geldpolitik in den zwölf Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion. Wichtigstes Ziel ist die Geldwertstabilität des Euro. Der EZB-Rat akzeptiert dabei maximal Teuerungsraten von durchschnittlich 2,0 Prozent in der Eurozone. Mit 2,6 Prozent (März) wird diese Marke allerdings zurzeit deutlich überschritten.

Mit ihrem geldpolitischen Instrumentarium versucht die EZB, die Ausweitung der Geldmenge zu beeinflussen. Höhere Leitzinsen sollen die Nachfrage der Kreditwirtschaft nach Zentralbankgeld drosseln, niedrigere EZB-Sätze diese stimulieren. Die Wirkungskette zwischen Zinsbeschlüssen, Konjunktur und Preisen ist jedoch äußerst komplex und wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert.

Wichtigste Stellschraube für die Geldpolitik von EZB-Präsident Wim Duisenberg und seiner Mannschaft sind die Offenmarktgeschäfte mit der Kreditwirtschaft. Von zentraler Bedeutung sind die so genannten Hauptrefinanzierungsgeschäfte in Form regelmäßiger wöchentlicher Standardtender. Dabei wird den Banken und Sparkassen Zentralbankgeld zu einem bestimmten Zinssatz zugeteilt. Mit der ersten Senkung nach mehr als zwei Jahren liegt der aktuelle Zinssatz für diese Geschäfte bei 4,50 Prozent. (APA/dpa)

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