Liebscher: Zinsniveau mit 4,5 Prozent "angemessen"

10. Mai 2001, 15:29
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Beruhigung an Inflationsfront - Noch keine Entwarnung

Wien/Frankfurt - "Beruhigung" sei an der Inflationsfront in der Eurozone eingetreten, wenngleich noch keine Entwarnung gegeben werden könne, stellte am Donnerstag der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, zum Zinssenkungsbeschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) fest.

Mit dem Zinsschritt sei im Übrigen wieder das deutliche Signal gegeben worden, "dass das Eurosystem die geldpolitische Strategie vorgibt und nicht der Markt", so Liebscher zur im Markt registrierten Überraschung, dass die Euro-Zinsen doch am heutigen Tag abgesenkt wurden. Der Leitzinssatz von 4,50 Prozent sei "angemessen".

Geldmengenwachstumsrate verzerrt

Neuesten Informationen der EZB zufolge sei die Geldmengenwachstumsrate doch "deutlich verzerrt", die rückläufige Tendenz neuerlich bestätigt worden, sodass von dieser Säule nicht länger Preisrisiken gegeben seien. Zudem werde das doch geringere Wachstum in der Eurozone eine gewisse preisdämpfende Wirkung zeitigen.

Da "kurzfristig" freilich noch Anstiege möglich seien, unter anderem durch die Fleisch- und Treibstoffpreise, könne aber noch keine Inflations-Entwarnung gegeben werden. 2002 werden die Inflation jedoch unter die "Toleranzschwelle" von 2 Prozent kommen und an dieser Mittelfrist-Aussicht orientiere sich die EZB, sagte auch Liebscher. In Richtung Sozialpartner mahnte er heute zugleich zu moderaten Lohnabschlüssen, damit nicht von hier neuer Druck entstehe. (APA)

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