In Österreich ereignen sich jährlich rund 16 spürbare Erdbeben

10. Mai 2001, 14:57
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Über 1.500 sind im zweiten Jahrtausend dokumentiert

Wien - Auch wenn es in jüngster Zeit kaum schwere Erdbeben in Österreich gab, ein Blick in die Geschichte zeigt, dass wir keinesfalls auf einer Insel der Seligen sitzen. So verbuchen die Chroniken im 14. Jahrhundert eine Bebenkatastrophe, die aus heutiger Sicht die Stärke zehn nach der zwölfteiligen Intensitäts-Skala EMS-92 erreichte.

Schweres Erdbeben im Jahr 1348

Bei der Katastrophe vom 25. Jänner 1348 lag das Erdbebenzentrum in Friaul, Teile Norditaliens und Kärntens waren Trümmerhaufen. Für Villach wird berichtet, dass die Stadt "mitsamt der Burgmauer, dem Kloster und den Kirchen zerstört wurde und alle Mauern und Türme bis auf elf Zinnen einstürzten".

Beben der Stärke neuen im Jahr 1590

Am 15. September 1590 wurden Teile Niederösterreichs und Wiens derart erschüttert, dass das Beben mit der Stärke neun eingestuft wird. Das Zentrum lag in der Gegend von Neulengbach, ausführliche Schadensberichte liegen über Wien vor. So stürzten die Türme der Michaelerkirche und der Schottenkirche zum Teil ein, nachweisbare Schäden gab es auch - die Chroniken legen besonderes Augenmerk auf klerikale Gebäude - an zahlreichen anderen Kirchen. Beim Einsturz eines Wirtshauses fanden neun Personen den Tod.

Schwere Erdbeben in Österreich

(Jahr/ Epizentrum/ Stärke/ betroffenes Gebiet/ Schäden)

1267 Kindberg 8 Steiermark dürftige Berichte, Schloss Kindberg eingestürzt

1348 Friaul 10 Kärnten, Italien weitreichende Zerstörungen und Verwüstungen, in Villach wurden Burgmauer und Kloster zerstört

1572 Innsbruck 8 Tirol wenige Berichte, schwere Schäden auch in Hall

1590 Neulengbach 9 Niederösterreich schwere Zerstörungen auch in Wien 1670 Hall 8 Tirol Berichte über viele Obdachlose, Nachbeben bis 1671

1689 Innsbruck 8 Tirol Beim Einsturz eines Wirtshauses wurden in Innsbruck 10 Personen getötet 1690 Villach 9 Kärnten, Italien Wenig bekannt

1768 Brunn 8 Niederösterreich etwa in Wr. Neustadt Gebäude teilweise eingestürzt oder irreparabel beschädigt

1794 Leoben 7-8 Steiermark Sogar der massive Mautthor-Stadtturm beschädigt

1876 Scheibbs 7-8 Niederösterreich leichte bis mittelschwere Schäden an vielen Häusern

1885 Kindberg 8 Steiermark Kein Haus in Kindberg unbeschädigt

1886 Nassereith 7-8 Tirol Fast alle Gebäude in Nassereith wiesen wenigstens Sprünge auf

1927 Schwadorf 8 Niederösterreich In Schwadorf sämtliche Gebäude beschädigt, auch Nachbarorte betroffen

1930 Namlos 7-8 Tirol An der Dorfkirche Nassereith entstanden "amrbreite Risse", Nachbeben dauerten noch Monate

1936 Obdacher 7-8 Steiermark Kärnten In Obdach wurden die Sattel meisten Gebäude beschädigt, drei Personen verletzt (APA)

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