Rechnungshof kritisiert Großgeräte-Einsatz an Unis

10. Mai 2001, 14:25
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Einbeziehung von unabhängigen Experten gefordert

Wien - Kritik am Einsatz von so genannten Großgeräten (Geräte mit Anschaffungswert von mehr als drei Millionen Schilling, Anm.) an den Universitäten übt der Rechnungshof (RH). Zwar seien die Steuerungsmaßnahmen im Vorfeld der Beschaffung "grundsätzlich geeignet, um bei der Bedarfsprüfung zielgerichtet vorzugehen", hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Nachtrag zum RH-Tätigkeitsbericht. Allerdings bedürfe es Verbesserungen bei der Entscheidungsfindung sowie bei der Begutachtung von Anträgen zum Erwerb von Großgeräten. So empfiehlt der RH etwa die Einbeziehung von unabhängigen Experten ("Peer-Reviews").

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die fehlenden Maßnahmen zur nachgängigen Beurteilung von Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit des Mitteleinsatzes. So fehlten etwa systematische Aufzeichnungen über den Großgeräte-Einsatz, weswegen der Auslastungsgrad nicht mit vertretbarem Aufwand zu ermitteln gewesen sei. Daher müssten Kontrollmaßnahmen verbessert und Vorgaben für die Aufzeichnungen geschaffen werden.

Ein im Lichte der aktuellen Dienstrechts-Reform interessantes Detail: Der RH stellte fest, dass Bedienung, Betreuung und Wartung der Großgeräte vielfach durch wissenschaftliches statt durch technisches Personal erfolgte. Diesbezüglich sei eine Kosten-Nutzen-Analayse angebracht. Stellungnahme der Unis dazu: Technisches Personal sei überwiegend nicht bereit, zu der im öffentlichen Dienst üblichen Entlohnung zu arbeiten. Zudem sei "angesichts der angespannten Budgetsituation und der dienstrechtlichen Gegebenheiten die zusätzliche Anstellung von technischem Personal derzeit als unrealistisch" einzuschätzen.

Dem Bildungsministerium empfahl der RH, die Uni bei hochschulübergreifenden organisatorischen Maßnahmen koordinierend zu unterstützen. Außerdem sollte nach Erprobung der Controlling-Instrumente für den Großgeräte-Einsatz ein Überblick über deren Wirkungsweise erarbeitet und nötigenfalls Steuerungsmaßnahmen abgeleitet werden. Überprüft wurden die technisch-naturwissenschaftlichen Bereiche an den österreichischen Uni, wo 1999 Investitionsmittel in Höhe von 275 Mill. S zur Verfügung standen. (APA)

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