Bewegung von Bulgariens Ex-König führt in Wählergunst

10. Mai 2001, 13:57
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Monarchisten können mit einem Drittel der Stimmen rechnen

Sofia - Die Partei des bulgarischen Ex-Königs Simeon II. führt nach einer neuen Meinungsumfrage zur Parlamentswahl am 17. Juni weiter in der Wählergunst. Nach Angaben des staatlichen "Nationalen Zentrums für Meinungsforschung" (NZIOM) vom Donnerstag liegt die Partei bei 34,4 Prozent der Stimmen. Der Anfang April aus dem spanischem Exil heimgekehrte Ex-Monarch übertraf mit 68,2 Prozent erstmals in der Popularität Staatspräsident Petar Stojanow (67,04 Prozent). Dennoch wollen nur zehn Prozent der Bulgaren, dass die Monarchie restauriert wird.

Die regierenden Vereinigten Demokratischen Kräfte (ODS) kommen auf lediglich 14,8 Prozent. Die aus den früheren Kommunisten hervorgegangenen oppositionellen Sozialisten würden nur 10 Prozent erhalten. Die neue Erhebung bestätigt die Ergebnisse von Umfragen privater Institute, die von der Regierungskoalition angezweifelt worden waren.

Das oberste Verwaltungsgericht muss am (morgigen) Freitag über Einsprüche von zwei Parteien gegen die Zulassung der "Nationalen Bewegung Simeon II." zu den Parlamentswahlen entscheiden. Nach verfassungsrechtlichen Komplikationen hatte die Zentrale Wahlkommission in Sofia in der vergangenen Woche entschieden, die "Nationale Bewegung" zur Teilnahme an den Wahlen zu registrieren. Insgesamt hat die Wahlkommission 85 Parteien und Koalitionen eintragen lassen.

Der 63-jährige Ex-König aus dem Hause Sachsen-Coburg-Kohary hatte 1943 als Sechsjähriger nach dem Tod seines Vaters Boris III. unter Vormundschaft eines Regentschaftsrates den Thron bestiegen. Durch seine Mutter Giovanna von Savoyen ist er ein Enkel von König Viktor Emanuel III. von Italien. 1946 musste er nach einer Volksabstimmung, die zur Abschaffung der Monarchie führte, das Land verlassen. Simeon ist seit 1962 mit der spanischen Herzogin von Cortina, Margarita Gomez-Acebo, verheiratet, mit der er fünf Kinder hat. (APA/dpa)

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