Sechs Tote bei Anschlägen und Überfällen vor Wahlen in fünf indischen Unionsstaaten

10. Mai 2001, 15:19
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35.000 Soldaten allein in Assam im Einsatz

Neu Delhi - Bei den Parlamentswahlen in fünf indischen Unionsstaaten sind nach einer jüngeren Opferbilanz am Donnerstag mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. In Assam im Nordosten Indiens wurden zwei Polizisten und ein Zivilist von Separatisten erschossen, zwei weitere Zivilisten wurden von Unbekannten erschlagen. Im weiter südlich gelegenen Westbengalen kam ein Mensch bei einem Bombenanschlag ums Leben.

Außerdem gab es Angriffe auf Wahllokale. Anhänger von Parteien versuchen in Indien oft, Wahlurnen zu stehlen oder mit Stimmzetteln für die eigene Partei zu füllen. In West Bengalen eröffnete die Polizei an zwei Orten das Feuer auf Angreifer. In den Unionsstaaten Tamil Nadu, Kerala und Pondicherry in Südindien verliefen die Wahlen dagegen weitgehend friedlich.

Insgesamt waren 134 Millionen Menschen aufgerufen, neue Landtage zu wählen. Die Ergebnisse, die für Samstag erwartet werden, haben keinen direkten Einfluss auf die Zentralregierung. Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee von der Hindu-Partei BJP ist jedoch auf mehr als 20 Koalitionspartner angewiesen. Die meisten von ihnen sind Regionalparteien. Ihr Abschneiden in den fünf Bundesstaaten wirkt sich deshalb auf ihren Einfluss in Vajpayees Koalition aus.

Guerillas griffen in Bokajan in Assam eine Milizpatrouille mit Granaten und automatischen Gewehren an. Ein Milizionär wurde dabei getötet. Im nahe gelegenen Bezirk Kokrajhar wurden bei Gefechten zwischen Anhängern rivalisierender Parteien zwei Menschen getötet. Bei einem anderen Zwischenfall im Bezirk Kokrajhar griffen Rebellen Wähler an, die ihren Aufruf zum Wahlboykott missachtet hatten. Es gab mehrere Verletzte. Im westbengalischen Bezirk Kakinara wurde bei einer Explosion in einem Wahllokal ein Kameramann eines örtlichen TV-Senders verletzt. (APA/AP)

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