Wird's prekär ist's nicht weit her mit "Stark.Schwarz.Weiblich"

10. Mai 2001, 16:21
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SP-Frauenfront gegen Golleggers "Männlichkeits-Wünsche"

Salzburg - Ob eine "starke männliche Kraft" den Image-Schaden wird aufpolieren können, den die drohende Absiedlung der Fachhochschule im Techno-Z dem Wirtschaftsstandort Salzburg beschert, ist für SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Hilde Ossberger fraglich. Salzburgs Vizebürgermeister Karl Gollegger hat im Zusammenhang mit dem Dilemma um das Salzburger Techno-Z gegenüber dem ORF donnerstags morgen nach "männlicher Größe" verlangt, die den "Karren Techno-Z" aus Schlamm ziehen solle. Die "richtigen Leute" sollten sich an einem Abend oder einem Wochenende zusammensetzen und über die Zukunft des Wirtschaftsstandortes nachdenken.

Nix mit "Stark.Schwarz.Weiblich"

Mit dieser Aussage entlarvt sich die Denke von ÖVP-Kreisen, nach der Stärke und Qualifikation wohl nur von Männlichkeit geboten werden könnte. In prekären Situationen fehle dem Vizebürgermeister die Bedachtsamkeit auf das Wording der ÖVP-Frauenkampagne "Stark.Schwarz.Weiblich". "Gollegger ortet weibliche Stärken offenbar nicht in betriebswirtschaftlichen Qualifikationen", kritisiert Ossberger.

Für Gollegger ist die Absiedlung der Fachhochschule offenbar schon beschlossene Sache, weil er über Nachmieter im Techno-Z nachdenkt. "Den Standort im Salzburger Zentralraum kampflos aufzugeben, kann wohl nicht im Sinne eines stellvertretendes Bürgermeisters sein", protestiert SP-Wirtschaftssprecherin Gudrun Mosler-Törnström. Unverständlich seien Golleggers Aussage auch deswegen, weil die künftigen Partner von ihren angeblichen Versprechungen nichts wissen.

Männlicher Koordinator ist rückschrittlich

Alle für den Wirtschaftsstandort Salzburg maßgeblichen Kräfte unter ein organisatorisches Dach zu bringen und dadurch effizienter zu machen, dieser Vorschlag ist für die SPÖ-Wirtschaftssprecherin nicht neu. Nun brennt der Hut, und man würde händeringend nach einem Koordinator suchen, indem man die Auswahl einengt und "Männlichkeit" on top setzt. Mit dieser Haltung ist man bisher im Techno-Z nicht gut gefahren, im Gegenteil, "sie ist ein Rückschritt", kritisiert Mosler-Törnström.
(red)

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