Uni Linz und Klagenfurt gegen neuen Dienstrechtsentwurf

10. Mai 2001, 12:57
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Zentrale Punkte noch gar nicht zur Diskussion gestanden

Linz - Der Senat der Johannes Kepler Universität Linz lehnt den Entwurf für die Änderung des Universitätslehrer-Dienstrechts zur Gänze ab. Das beschloss er in seiner jüngsten Sitzung, wie das Gremium in einer Presseaussendung am Donnerstag mitteilte.

Die Regelungen des Entwurfs hätten gravierende negative Auswirkungen auf die Universitäten. Zentrale Punkte des Entwurfs seien bisher nicht einmal zur Diskussion gestanden. Finanzierungsfragen, Folgekosten und notwendige Begleitmaßnahmen seien völlig ungeklärt, einzelne Bestimmungen überhaupt undurchführbar. Die Begutachtungsfrist von drei Wochen signalisiere, dass die beteiligten Ministerien eine ernsthafte Sachdebatte von vornherein gar nicht aufkommen lassen wollten. "Der Senat weist den Entwurf daher mit Empörung zurück", heisst es in der Stellungnahme.

Auch Klagenfurt dagegen

Die Dienststellenversammlung des Dienststellenausschusses für Hochschullehrer und -lehrerinnen an der Universität Klagenfurt hat Mittwoch am Abend einstimmig beschlossen, den Begutachtungsentwurf für ein neues Hochschullehrer-Dienstrecht abzulehnen. Gleichzeitig wurden alle Gremieren und Hochschullehrer-Organisationen aufgefordert, gegen das geplante Gesetz "Maßnahmen bis hin zum Streik zu ergreifen".

Die Klagenfurter Hochschullehrer befürchten, dass mindestens 1.500 jungen Assistenten und Assistinnen von der unmittelbaren Entlassung bedroht seien, weil ihnen das neue Dienstrecht im Zusammenhang mit den Budgetrestriktionen trotz gegenteiliger Behauptungen der Politiker keine realistische Chance der Bewerbung auf eine neue Stelle bieten würde. Dass wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen erst im dritten Beschäftigungsjahr lehren dürfen, würde für die Uni Klagenfurt mit jährlichen Mehrkosten von 800.000 Schilling in den Studienrichtungen Angewandte Betriebswirtschaft und Informatik verbunden sein.

(APA)

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