Japans Ministerpräsident Koizumi fordert Geduld bei Strukturreformen

10. Mai 2001, 19:21
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Konjunktur im Moment gedämpft - Yen gab etwas nach

Tokio - Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi hat am Donnerstag die wirtschaftliche Stagnation des Landes eingestanden und Geduld bei den von ihm angestrebten Strukturreformen verlangt. "Die Konjunktur ist im Moment gedämpft", sagte Koizumi bei einer Parlamentsdebatte in Tokio. Vor allem die japanische Exportwirtschaft leide unter dem Wirtschaftsabschwung in den USA.

Trotz der spürbaren Abkühlung dürften die von seiner Regierung geplanten Reformen jedoch nicht übers Knie gebrochen werden. "Wir erarbeiten gerade die Details. Daher ist es zu früh, von einem Scheitern der Vorhaben zu sprechen", entgegnete Koizumi Kritikern, die zuletzt eine schnellere Umsetzung der Reformpläne gefordert hatten.

Keine Senkung der Verbrauchssteuern

Der japanische Ministerpräsident sagte weiter, er strebe keine Senkung der Verbrauchssteuern von derzeit fünf Prozent an, um die Wirtschaft wieder zu beleben. Nach Ansicht einiger Analysten hat die vor vier Jahren beschlossene Erhöhung dieser Steuern um zwei Prozentpunkte den Wirtschaftsabschwung Japans zusätzlich verstärkt.

Besorgt äußerte sich Koizumi auch über die schwache Produktion, die rückläufigen Unternehmensgewinne und die weiter hohe Arbeitslosigkeit des Landes. Vor allem die Exportwirtschaft sei stark von dem Abschwung in den USA betroffen. Die Aussichten für die US-Konjunktur blieben weiter ungewiss. Allerdings gebe es mittlerweile Anzeichen, dass die Abkühlung nicht so stark ausfallen werde wie noch im vergangenen Jahr erwartet.

Der Yen gab nach Koizumis Aussagen etwas nach. Der Dollar notierte am Mittag zur japanischen Währung mit 122,32/36 Yen nach 122,12/20 Yen am Vorabend in New York. Der Nikkei-Index schloss 0,5 Prozent im Minus bei 14.017 Punkten. (APA/Reuters)

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