Bio-Offensive gefordert

10. Mai 2001, 12:39
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Politspektakel vor Parlament in Wien

Wien - "Vorrang für Bio" - so lautete der Appell" jenes Politspektakels, das am Donnerstag vor dem Parlament in Wien "über die Bühne ging" - und das im wahrsten Sinnes des Wortes. Anlässlich der Nationalratssitzung, bei der ein Antrag auf gesetzliche Verankerung der Biolandwirtschaft vorlag, forderten "Greenpeace", "Vier Pfoten" und "Global 2000" Umweltminister Wilhelm Molterer (V) mit einem einstudierten Schauspiel auf, "die österreichische Landwirtschaft umfassend zu ökologisieren".

Um Molterer eine Art Denkzettel zu verpassen, verkleidete sich einer der Aktivisten als Umweltminister und demonstrierte seine Kochkünste. Zu verkosten gab es hormon-gezüchtetes Geflügel, mit Antibiotika angereichertes Schweinefleisch und genetisch veränderte Maiskörner. Für die spezielle Note sorgte nitrat- und pestizidhältiges Wasser aus dem Marchfeld. Ein Doppelgänger des Sozialministers Herbert Haupt (F) servierte das "Menü des Grauens" schließlich neun Konsumenten, die sich weigerten, den abscheulichen Eintopf zu verkosten und lauthals "Vorrang für Bio" forderten - frei nach dem Motto: Molterer könne "seine Giftsuppe selbst auslöffeln".

Mit dieser Aktion setzten die Umwelt- und Tierschutzorganisationen jedenfalls einen weiteren Schritt im Rahmen ihrer Bio-Offensive und der breit angelegten Unterschriftenkampagne, die bis zum Beginn des Sommers mindestens 100.000 Signaturen zählen soll. "Seit der Übergabe unseres Forderungskataloges an Minister Molterer vor einem Monat ist nichts passiert", klagte Greenpeace-Sprecher Matthias Schickhofer. Die Verantwortlichen hätten offenbar nichts gelernt; die Haltungsbedingungen der Tiere seien weiterhin katastrophal. (APA)

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