OPEC schließt Erhöhung der Fördermenge nicht mehr aus

10. Mai 2001, 12:15
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USA werden weiter Benzin in Europa kaufen

Hamburg - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) scheint eine leichte Erhöhung der Rohölfördermenge nicht mehr auszuschließen. Ob die Autofahrer deswegen mit einem deutlichen Rückgang bei den Spritpreisen rechnen können, scheint aber fraglich. OPEC-Generalsekretär Ali Rodriguez sagte nach Angaben der "Financial Times Deutschland" in einem Interview, die tägliche Nachfrage nach Rohöl werde im Jahresmittel vermutlich um 1,2 Mill. Barrel höher liegen als derzeit.

Die OPEC werde den höheren Bedarf voraussichtlich mit einer Steigerung der Produktion von rund 200.000 Barrel täglich bedienen, der Rest werde aus Nicht-OPEC-Ländern kommen. Das nächste Treffen der Erdölminister findet Anfang Juni in Wien statt. Die OPEC hatte die Förderung dieses Jahr bisher um täglich 2,5 Mill. Barrel (das Fass zu 159 Liter) zurückgefahren. Esso-Sprecher Schult-Bornemann wies darauf hin, dass der tägliche Verbrauch weltweit bei derzeit rund 75 Mill. Barrel Rohöl liege. Ob die OPEC tatsächlich eine Erhöhung der Fördermenge beschließen werde, müsse abgewartet werden. Zudem halte die kräftige Benzinnachfrage aus den USA an und die großen Reisewellen in den USA und Europa stünden noch bevor.

Auch Rodriguez verwies auf die aktuelle Lage am US-Benzinmarkt. "Die Raffineriekapazität in den USA ist in den vergangenen 25 Jahren um 2,7 Mill. Barrel täglich gesunken, weil es nicht rentabel genug war, in den Ausbau zu investieren. Die USA werden weiter Benzin in Europa kaufen - und das wird den Preis hoch halten", zitierte die "Financial Times Deutschland" den OPEC-Generalsekretär. Der Preis für Rohöl liege derzeit bei rund 26 Dollar je Barrel und Rodriguez rechne für die nächsten Monaten mit keinen größeren Schwankungen, schrieb das Blatt. (APA/AP)

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