Drohenden Konflikt in Chemieindustrie abgewendet

10. Mai 2001, 12:09
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Einigung in letzter Sekunde

Wien - Der drohende Konflikt in der heimischen Chemieindustrie konnte in letzter Minute abgewendet werden. Nach drei extrem schwierigen Verhandlungsrunden konnte die Gewerkschaft der Chemiearbeiter (GdC) gestern für rund 24.000 Arbeiter der Chemischen Industrie eine Erhöhung der kollektivvertraglichen Monatslöhne um 3,1 Prozent, eine Erhöhung der tatsächlichen Ist-Monatslöhne um 2,8 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 3.000 S (218 Euro) ausverhandeln. Gleichzeitig werden die Lehrlingsentschädigungen und Schichtzulagen ebenfalls um 3,1 Prozent angehoben.

Angesichts der äußerst problematischen Situation zeigte sich der Verhandlungsführer der Chemiegewerkschaft, Wilhelm Beck, mit dem Ergebnis zufrieden: "Mit diesem Verhandlungsergebnis ist es doch gelungen, eine deutliche Reallohnerhöhung für die betroffenen ArbeitnehmerInnen zu erreichen. Angesichts der Tatsache, dass wir mit gravierenden Forderungen der Arbeitgeberseite konfrontiert waren, konnten wir uns erfolgreich durchsetzen!"

Die Arbeitgeberseite hatte zu Beginn der KV-Runde nicht nur eine Abspaltung des Kunststoffbereiches aus der Verhandlungsrunde der Chemischen Industrie, sondern auch eine Verlagerung der Verhandlungen über IST-Löhne auf Betriebsebene verlangt. Gleichzeitig wurden Ruhezeiten infrage gestellt, die Lehrlingsentschädigungen sollten ebenfalls reduziert werden. All diese höchst unsozialen Forderungen konnten in intensiven Verhandlungen von der Gewerkschaft abgewehrt werden. (APA)

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