Deutsche MobilCom übertrifft Analystenerwartungen

10. Mai 2001, 11:55
posten

Hohe Verluste im ersten Quartal wegen UMTS-Investitionen

Der deutsche Telekommunikationskonzern MobilCom AG geriet wegen der hohen Investitionen für den UMTS-Mobilfunkstart in den ersten drei Monaten 2001 tief in die Verlustzone. Zugleich fielen die veröffentlichten Quartalszahlen aber besser aus als von Analysten erwartet. Der Kurs der am Neuen Markt notierten MobilCom-Aktie legte daraufhin leicht zu.

Letztes Jahr noch im Plus

Im Verlauf des Vormittags wollte MobilCom-Chef Gerhard Schmid die Zahlen in einer Telefonkonferenz erläutern. Dem Quartalsbericht zufolge stieg der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 68,4 Mill. Euro (941 Mill. S), nachdem für den gleichen Vorjahreszeitraum noch ein Plus von 14,4 Mill. Euro ausgewiesen worden war.

Analysten erwarteten höhere Verluste

Analysten hatten im Durchschnitt einen Vorsteuerverlust von über 85 Mill. Euro erwartet. 166 Mill. Euro investierte MobilCom, an denen France Telecom 28,5 Prozent der Anteile hält, eigenen Angaben zufolge in sein Marktwachstum, wodurch sich die Zahl der Mobilfunkkunden auf 4,61 Mill. mehr als verdoppelt habe. Der Marktanteil der für das UMTS-Geschäft wichtigen Vertragskunden erhöhte sich dadurch auf 13,5 Prozent von 9,9 Prozent. Zwei Drittel der Bestandskunden seien Vertragskunden, hieß es.

Umsatz wuchs um mehr als fünfzig Prozent

Während sich der Vorsteuerverlust erhöhte, wuchs der Umsatz den Angaben zufolge von Jänner bis März 2001 um 51 Prozent auf 728,7 (Vorjahresquartal 482,8) Mill. Euro. Den Verlust je Aktie gab MobilCom mit 0,67 Euro nach plus 0,12 Euro im Vergleichsquartal des Vorjahres an. Im Vergleich zum vierten Quartal 2000, in dem das Ebit sogar bei minus 115,3 Mill. Euro gelegen habe, sei der Verlust allerdings verringert worden, teile MobilCom mit. Die Ergebnisverbesserung sei vorrangig auf die Integration der Töchter in das MobilCom-Vertriebssystem sowie das Ausnutzen von Synergiepotenzialen zurückzuführen, hieß es.

Start für UMTS Mitte 2002

MobilCom will Mitte 2002 mit einem UMTS-Angebot an den Start gehen und baut dazu im Vorfeld den Anteil an Vertragskunden im Mobilfunkgeschäft systematisch aus. Mit dem Mobilfunkanbieter E-Plus war zudem vor Kurzem mit Blick auf die Einführung von UMTS eine Vereinbarung über die Nutzung von dessen Netzkapazitäten nach dem älteren GSM-Standard geschlossen worden. MobilCom sieht sich damit in der Lage, zum geplanten UMTS-Start ein flächendeckendes Sprach- und Datennetz anzubieten. In diesem Herbst sollten im E-Plus-Netz zudem unter eigener Marke schnelle Datennetze nach dem Zwischenstandard GPRS (General Paket Radio Service) angeboten werden, teilte MobilCom mit. Am Vormittag kletterte die am Neuen Markt notierte MobilCom-Aktie in einem behaupteten Gesamtmarkt zeitweise um über zwei Prozent auf 22,50 Euro. (APA/Reuters)

Share if you care.