Zugräuber Biggs schluchzt in seiner Zelle

10. Mai 2001, 11:00
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Er rechnete mit wenigen Wochen Haft - Zeitung: Es besteht Selbstmordgefahr

London - Der inhaftierte britische Zugräuber Ronald Biggs ist einem Zeitungsbericht zufolge wegen Selbstmordgefahr unter besondere Beobachtung gestellt worden. Der 71-Jährige sei schluchzend in seiner Zelle zusammengebrochen, als er erfahren habe, mindestens 14 Jahre im Gefängnis bleiben zu müssen, berichtete die "Daily Mail" am Donnerstag.

"Wie jeder andere Gefangene hat Ronnie Informationen zu seiner Entlassung mitgeteilt bekommen. Er schaute auf das Schreiben und brach in Tränen aus", zitierte die Zeitung Kreise des Hochsicherheitsgefängnisses Belmarsh in London. "Er saß zwanzig Minuten auf dem Bett in seiner Zelle und weinte, so dass er von einem Gefängniswärter getröstet werden musste."

Nur einige Wochen Haft

Biggs habe offenbar geglaubt, nach einigen Wochen in Haft wieder auf freien Fuß zu kommen, berichtete die Zeitung weiter. Er müsse jedoch mit einer Haftstrafe von 28 Jahren rechnen und werde frühestens nach 14 Jahren auf Bewährung entlassen. Nach 35 Jahren auf der Flucht hatte sich der nach Schlaganfällen zum Teil gelähmte Biggs am Montag den britischen Behörden gestellt. Er hatte gesagt, er wolle vor seinem Tod in sein Heimatland zurückkehren.

Die britische Polizei hatte angekündigt, Biggs wie jeden anderen Straftäter behandeln zu wollen. Er war zu 30 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden, aber 1965 nach 15 Monaten Haft, aus seinem Londoner Gefängnis ausgebrochen und nach Paris geflohen. Dort unterzog er sich einer Gesichtsoperation. Danach ließ er sich in Australien nieder und siedelte 1970 nach Brasilien über, wo er nach der Geburt eines Sohnes vor 25 Jahren ein lebenslanges Aufenthaltsrecht erhielt. (APA/Reuters)

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