Schulen gegen Schüler- Selbstmord versichert

10. Mai 2001, 18:22
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Neuer Service in Japans Privatschulen

Tokio - In Japan können sich Schulen künftig gegen Selbstmord ihrer Schüler versichern. Die neue Versicherung sei auf "speziell japanische" Bedürfnisse hin gemeinsam mit Privatschulen in Tokio entwickelt worden, wie eine Sprecherin der auf Bermuda ansässigen Versicherungsgesellschaft Ace Insurance am Donnerstag mitteilte.

Damit können sich die Schulen gegen Kosten versichern, die auf sie in Folge von Verletzungen oder Todesfällen einschließlich Selbstmord unter Schülern zukommen. In Japan kommt es immer wieder zu gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Schulen und Familien, deren Kinder sich als Opfer von Schikanen das Leben genommen hatten.

Die Misshandlung von Mitschülern gehört zu den größten gesellschaftlichen Problemen in Japan. "Ijime" reicht vom Seckieren über Erpressung von Geld bis hin zu gefährlichen Quälereien mit Messern. In den vergangenen Jahren haben die Schülermisshandlungen derart bedrohliche Ausmaße angenommen, dass im ganzen Lande Beratungsstellen eingerichtet wurden. Wie die Zeitung "Asahi Shimbun" unter Berufung auf Daten des Erziehungsministeriums berichtete, starben von März 1999 bis März 2000 allein an öffentlichen Grund,- Mittel- und Oberschulen 163 Schüler durch Selbstmord.(APA/dpa)

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