Woher kommt das politische Engagement?

12. Mai 2001, 19:57
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Daniela Stepp, Spitzenkandidatin der VSSTÖ für die Uni Wien, im dieStandard-Portrait

Steckbrief:

Name: Daniela Stepp; aufgewachsen in Kufstein, Tirol

Alter: 21

Studium: Politikwissenschaft und Fächerkombination im 6. Semester

Letztes gekauftes Buch: "Harry Potter", dritter Band

Letzter Film im Kino: "Komm süßer Tod"

dieStandard: Seit wann bist du politisch aktiv?

Stepp: Seit zwei Jahren bin ich im VSSTÖ aktiv. In meiner Schulzeit war ich allerdings schon stellvertretende Schulsprecherin und ein Jahr darauf (in meinem Matura-Jahr) Landesschulsprecherin des Landes Tirol.

dieStandard: Wie wird man eigentlich Spitzenkandidatin der VSSTÖ?

Stepp: Die SpitzenkandidatInnen werden im VSSTÖ in Diskussionen beschlossen. Wir arbeiten hier ziemlich teamorientiert, deshalb wird auch niemand von oben eingesetzt oder so... Da ich in Wien studiere, kenne ich die Situation der Wiener Unis aus eigener Erfahrung. Deshalb habe ich mich auch zur Spitzenkandidatur für die Uni Wien bereiterklärt.

dieStandard: Gibt es in Eurem Programm auch Frauenthemen?

Stepp: Ja, da eine Gleichberechtigung nach wie vor nicht gegeben ist. Gerade Studentinnen treffen die Studiengebühren härter, da sie von jeder Hürde im Studium mehr betroffen sind, als ihre männlichen Kollegen. Außerdem gibt es viel zuwenig Frauen an den österreichischen Unis, da braucht man sich nur mal die Zahlen anschauen. Ein Studium beginnen ja mittlerweile mehr Frauen als Männer, aber beim Abschließen sieht es schon ganz anders aus und bei Professuren sind Frauen mit nur vier Prozent vertreten. Die wissenschaftliche Karriere von Frauen muss einfach mehr gefördert werden, z.B. durch bessere und frauenspezifische Beratungsstellen. Der an den Unis grassierende männliche Chauvinismus muss auch mehr bekämpft werden.

dieStandard: Denkst du auch beruflich an eine politische Laufbahn?

Stepp: Das kann ich mir eventuell vorstellen, ist aber sicherlich nicht der Grund für meine Kandidatur. Die eigene Betroffenheit über die Verhältnisse an den österreichischen Unis und zuletzt natürlich die Einführung der Studiengebühren haben mich dazu motiviert aktiv zu werden. Ich bin ein politischer Mensch, insofern werde ich vermutlich in meiner Zukunft in einem politischen Umfeld arbeiten. Der Bereich Öffentlichkeitsarbeit interessiert mich dabei am ehesten.

dieStandard: Stichwort Frauenpolitik

Stepp: Ich halte frauenpolitische Maßnahmen für unbedingt notwendig, allein schon aus eigener Betroffenheit: Ich will einfach nicht Jahrzehnte in meine Ausbildung investieren und dann erst wieder weniger verdienen als der männliche Kollege. Wenn man die Realität von Frauen betrachtet und die frauenpolitischen Maßnahmen der Regierung dazu beobachtet, da könnte einer das Grauen kommen. Mir ist eine gleichwertige Gesellschaft aber grundsätzlich ein Anliegen. Das schließt auch die Situation von Homosexuellen und AusländerInnen mit ein.

dieStandard: Würdest du dich als Feministin bezeichnen?

Stepp: Ja.

Das Interview führte Ina Freudenschuss

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