Siemens streicht weitere 2000 Stellen

10. Mai 2001, 15:30
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Konjunkturflaute macht deutschem Konzern zu schaffen

London/München - Wegen der Konjunkturflaute streicht der Siemens-Konzern weitere 2.000 Stellen. Wie das Münchner Unternehmen am Donnerstag auf einer Analystenkonferenz in London ankündigte, sollen in der auf Netzwerke und Ausrüstung spezialisierten Sparte Information und Communication Networks (ICN) insgesamt 5.500 Arbeitsplätze wegfallen.

3.500 dieser Streichungen waren bereits angekündigt worden. Die Mobilfunksparte ICM eingerechnet, kappt Siemens damit 8.100 Stellen. In den kommenden Quartalen sollen Umstrukturierungskosten von 350 bis 450 Mill. Euro (bis zu 6,2 Mrd. S) anfallen.

Geringere Investitionen

Grund für die Streichungen in der Netzwerksparte seien geringere Investitionen von Telefon-Anbietern, erklärte Siemens. Zudem dämpfe die abflauende Konjunktur in den USA das Geschäft mit den Firmenkunden. Eine Unternehmenssprecherin betonte, die Stellen würden sowohl in Deutschland als auch im Ausland wegfallen. Eine regionale Zuordnung der nun angekündigten Streichungen sei noch nicht abgeschlossen. ICN hat derzeit weltweit noch 54.000 Mitarbeiter, davon in Deutschland 21.000.

"Wir halten trotz der aktuellen Marktschwächen an unseren mittelfristigen Zielmargen fest", erklärte der Siemens-Vorstand zur Kommunikationssparte des Konzerns. Die nun eingeleiteten Schritte zur Kostensenkung würden die Ertragskraft des Unternehmensbereichs "deutlich stärken".

"Verdeckte Gewinnwarnung"

Der Siemens-Konzern hatte Ende April bei seiner Halbjahresbilanzpressekonferenz keine Prognose für die kommenden beiden Quartale abgeben wollen. Dies wurde an der Börse als verdeckte Gewinnwarnung verstanden. Am Donnerstag legte die Aktie, die Anfang des Jahres noch über 100 Euro gestanden hatte, bis zum Nachmittag um 2,7 Prozent auf 84,85 Euro zu. (APA)

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