Leo Bassi, anarchischer Terror-Clown

9. Mai 2001, 23:44
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Vorsicht: Dieser Mann ist nicht vertrauenswürdig! Ein anarchischer Terror-Clown, ein aktionistischer Provokateur: Den Bürgermeister von Montreal überzeugte er von der Sinnhaftigkeit, sich als Beleg für seine demokratische Gesinnung eine Sahnetorte ins Gesicht drücken zu lassen. Bei einem Open-Air-Auftritt in Verona schockierte er sein Publikum mit einer furchteinflößend authentischen Leistungsschau des italienischen Militärs. Bei einem seiner letzten Wien-Besuche fackelte er dermaßen überzeugend mit Benzin, dass einige Zuschauer sicherheitshalber in Richtung Notausgang rückten. Könnte ja sein, dass dem heißblütigen Italiener heute wirklich die Sicherungen durchbrennen.

Der 50-jährige Spross einer angesehenen Artisten-Dynastie spielt ein aberwitzig böses Spiel nach dem anderen - fernab von harmlosem Humor. Und er bedient sich zu diesem Zweck gnadenlos der Ängste seiner Zuschauer. Dass über den Inhalt seines neuen Programms "La Vendetta", mit dem er heute das "Black Humour Festival" im Posthof eröffnet, vorab nicht viel in Erfahrung zu bringen ist, ist natürlich Absicht.
Posthof, 4020 Linz, Posthofstr. 43, (0732) 78 18 00.
Donnerstag, 20.00
(pb/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10. 5. 2001)
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