Prostituiertenmord gestanden

9. Mai 2001, 20:58
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28-jähriger Verdächtiger in Haft, Komplize noch flüchtig

Wien - Geständnis im "Fünfhauser Prostituiertenmord": Ein 28-jähriger Pole hat im Wiener Sicherheitsbüro zugegeben, im März vergangenen Jahres eine Prostituierte in einem Bordell in Wien-Fünfhaus erstochen zu haben. Auf die Spur des Mannes waren die Ermittler durch DNA-Analysen gekommen. Zugleich gab der Verdächtige drei Überfälle auf "Damen" des Gewerbes zu.

Zusammen mit einem (noch flüchtigen) Komplizen hatte Artur L. in der Nacht auf den 23. Dezember 1999 drei Bordelle in den Bezirken Leopoldstadt und in Rudolfsheim-Fünfhaus heimgesucht. Die anwesenden Prostituierten wurden bedroht, misshandelt und beraubt. Drei Monate später wollte der Pole noch einmal einen Coup auf eines der Lokale verüben.

In dem Etablissement in der Mariahilfer Straße 200A in Fünfhaus arbeitete inzwischen Elisabeth A. aus Ghana. Die niederländische Staatsbürgerin bekam einen hysterischen Anfall, als L. sein Messer zog. Der Pole tötete daraufhin sein Opfer und versuchte durch Brandlegung seine Spuren zu verwischen.

Der Mann, der seit zehn Jahren in Österreich wohnt und zuletzt keiner Beschäftigung nachging, hatte der Frau mehrere Wunden im Brustbereich zugefügt. Im Gerangel stach sich Artur L. allerdings auch selbst in den Oberschenkel. Blutspuren wurden später am Tatort sichergestellt. Durch diese biologische Spur kamen die Kriminalisten auf den Mann. (chr)
(DER STANDARD, Printausgabe, 10.5.2001)

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