Neues Gebäude für Stadtschulrat eröffnet

9. Mai 2001, 22:03
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Scholz plädiert für mehr "Menschlichkeit"

Wien - Für Kurt Scholz lagen gestern der Anfang und das Ende einer Ära in mehrerer Hinsicht ungewöhnlich nah. Und darum hielt Scholz gleichzeitig eine Eröffnungs-und Abschiedsrede: Die Eröffnung galt dem neuen Gebäude in der Wipplingerstraße, in dem sich der Stadtschulrat jetzt befindet, bald schon unter der Führung einer neuen Präsidentin - Susanne Brandsteidl. Brandsteidl war bei der Feier nicht anwesend. Und gleichzeitig vollzog Scholz seinen letzten offiziellen Termin als Stadtschulratspräsident: Schon bald wird Scholz die Restitution geraubten jüdischen Vermögens abwickeln.

In seiner Rede machte sich Scholz einmal mehr für einen eigenständigen Stadtschulrat stark, der nicht zum "Anhängsel des Ministeriums und nicht zum Wurmfortsatz kommunaler Einzelinteressen" verkommen dürfe. "Neozentralistische Vorschläge", Bezirks- und Landeschulverwaltungen aufzulösen, seien abzulehnen. Zugleich forderte Scholz die "Vermenschlichung der Verwaltung auch in der Schule".

Eine rasche Übergabe der Amtsgeschäfte des scheidenden Stadtschulratspräsidenten an seine designierte Nachfolgerin forderte der Wiener Landesverband der Elternvereine an den öffentlichen Pflichtschulen - es gebe "ein Recht auf klare Verhältnisse". Es stünden zahlreiche Bestellungen von Schulleitern an, begründeten die Elternvertreter. (aw)
(DER STANDARD, Printausgabe, 10.5.2001)

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