Serbischer Ex-Geheimpolizeichef des Geheimnisverrats angeklagt

9. Mai 2001, 20:57
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Prozess im Belgrader Kreisgericht soll demnächst beginnen

Belgrad - Der frühere Chef der serbischen Geheimpolizei, Rade Markovic, und drei seiner engsten Mitarbeiter sind des Verrates von Staatsgeheimnissen angeklagt worden, meldete die jugoslawische Nachrichtenagentur Tanjug. In einer Aussendung des Belgrader Kreisgerichtes, auf die sich die Agentur beruft, heißt es lediglich, dass der Prozessbeginn gegen Markovic und seine Mitarbeiter "demnächst zu erwarten" sei. Weitere Angaben aus der Anklageschrift werden nicht gemacht.

Markovic war am 24. Februar wegen Mordverdachts und Dokumentenfälschung, seine drei Mitarbeiter Nikola Curcic, Milan Radonjic und Branko Crni waren wenige Tage später wegen des gleichen Verdachtes festgenommen worden.

Es wird angenommen, dass Markovic seit Herbst 1998 eine Schlüsselrolle bei der Ermordung von politischen Gegnern von Milosevic gespielt hat. Soweit bekannt hat er in seinen Aussagen vor dem Ermittlungsrichter den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic in keiner Hinsicht belastet.

Dem ehemalige Geheimdienstchef wird die Ermordung von vier Spitzenfunktionären der Opposition bei einem mysteriösen Verkehrsunfall unweit von Belgrad im Oktober 1999 zugeschrieben, aber auch des Belgrader Zeitungsverlegers Slavko Curuvija wenige Monate zuvor. Markovic wird auch in Verbindung mit der Ermordung des berüchtigten Milizenbosses Zeljko Raznatovic Arkan im Jänner des Vorjahres in Verbindung gebracht. (APA)

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