Basken werfen spanischer Regierung Wahlmanipulation vor

9. Mai 2001, 18:13
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Angeblich Meinungsumfrage geheim gehalten

Madrid - Baskische Abgeordnete haben der spanischen Regierung vor der Regionalwahl am kommenden Sonntag Manipulation vorgeworfen. Die Regierung soll eine offizielle Meinungsumfrage unterdrückt haben, die der Baskischen Nationalpartei (PNV) den Wahlsieg vorher sagt, erklärten sie am Mittwoch. Die Wahl gilt als wegweisend dafür, ob die Basken den harten Kurs des spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar gegen die Untergrundorganisation ETA stützen.

Am vergangenen Wochenende waren in Spanien mehrere Umfragen veröffentlicht worden, die den prospanischen Parteien den Sieg vorhersagten. Die umstrittene Umfrage, die vom regierungseigenen Zentrum für Soziologische Studien durchgeführt wurde, war den anderen Parteien am Mittwoch vorgestellt worden - einen Tag nachdem die Frist für Veröffentlichungen von Prognosen vor der Wahl abgelaufen war.

In der Umfrage kommt die Baskische Nationalpartei nach Angaben des Fraktionsführer der Partei, Inaki Anasagasti, auf 31 von 75 Sitzen im Parlament der halbautonomen Provinz. Das wäre ein Zugewinn von zehn Sitzen. Die Wahl des baskischen Präsidenten hängt dann vom Zustandekommen entsprechender Koalitionen ab. Laut Anasagasti hätten 25 Prozent der 2.500 Befragten sich für den amtierenden Regionalpräsidenten Juan Jose Ibarretxe von der PNV ausgesprochen. Nur vier Prozent der Befragten hätten den Kandidaten der spanischen Regierung gewollt, den ehemaligen spanischen Innenminister Jaime Mayor Oreja. (APA/AP)

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