Amerikanische Ordensfrau in Guatemala ermordet

9. Mai 2001, 17:54
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Engagement für LandbewohnerInnen als mögliches Mordmotiv

Guatemala - Der Mord an einer amerikanischen Ordensfrau in Guatemala am vergangenen Samstag könnte auf politische Motive zurückzuführen sein. Menschenrechtsgruppen und ein hoher Regierungsmitarbeiter erklärten, es gebe genügend Hinweise darauf, dass die am Samstag erschossene 62-jährige Barbara Ann Ford wegen ihres Engagements für die Landbewohner getötet worden sei.

Die seit 1978 in Guatemala arbeitende Ordensfrau aus den USA war nach Angaben ihrer Gemeinschaft als Sozialarbeiterin für Opfer von Gewalt und Bürgerkrieg tätig. Sie hatte sich außerdem aktiv an der Dokumentation von Menschenrechtsverbrechen während des Bürgerkriegs beteiligt.

Das Verbrechen folge genau den Mustern von politischen Morden

Guatemalas größte Initiative von Kriegsopfern und Menschenrechtsaktivisten berichtete am Mittwoch von einer Eskalation der Gewalt gegen demokratische und bürgerrechtliche Initiativen. Sie warf den Sicherheitsbehörden vor, kein wirkliches Interesse an der Aufklärung des Mordes gezeigt zu haben. Die Tat sei sehr schnell als unpolitischer Raubmord eingestuft worden. Der Sprecher des Sekretariats für Strategische Analysen, Fernando Penados, erklärte, das Verbrechen an der Ordensfrau folge genau den Mustern für einen politischen Mord. (APA)

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