US-Kommandanten für Verringerung der Kontrollflüge im Irak

9. Mai 2001, 17:25
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Wegen "wachsender Gefahr für Piloten"

Washington - Die für die Überwachung der irakischen Flugverbotszonen zuständigen US-Kommandanten haben eine starke Verringerung der westlichen Kontrollflüge empfohlen. Sie begründeten ihren Vorstoß mit der wachsenden Gefahr für die amerikanischen und britischen Piloten, vom irakischen Militär abgeschossen zu werden.

Die US-Regierung überprüft zur Zeit ihre Sanktionspolitik gegenüber dem Irak. Sie hat aber deutlich gemacht, dass die Verbotszonen aufrecht erhalten werden sollen. Nach Angaben eines Regierungsbeamten wird aber überlegt, wie die Durchsetzung des Flugverbots "effektiver" gemacht werden könne.

Wie die "Washington Post" unter Berufung auf einen Pentagon- Beamten berichtete, halten zwar auch Luftwaffen-General Joseph Ralston und Armee-General Tommy Franks eine Aufrechterhaltung des Flugverbots für nötig, meinen aber, dass es wesentliche Veränderungen des Kontroll-Konzeptes geben sollte. Danach tritt Franks für eine Reduzierung der Flüge ein, während Ralston sie in "seiner" Zone am liebsten ganz einstellen würde. Stattdessen schlägt er vor, in der Türkei Flugzeuge einsatzbereit zu halten und dem Irak Vergeltungsschläge für den Fall anzudrohen, dass die Flugverbotszone verletzt wird.

Vor allem im Nahen Osten, aber auch in Europa wird das amerikanische Vorgehen als zu aggressiv empfunden und hat schon zu offener Kritik geführt. (APA/dpa)

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