Soziales Zusammenleben hat das Gehirn verändert

13. Mai 2001, 19:48
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Überproportionales Wachstum der Großhirnrinde festgestellt

London - Nicht nur die Größe sagt etwas über das Gehirn aus, sondern vor allem das Verhältnis der einzelnen Hirnregionen zueinander. Innerhalb der Primaten, von Halbaffen über Menschenaffen bis zum Menschen, steige stufenförmig jeweils der Anteil der Großhinrinde am Gesamthirn stark an, berichtet Samuel Wang von der Princeton Universität (USA) im britischen Fachjournal "Nature".

Er sieht dies auch als Anpassung für ein Leben in größeren Gruppen mit einem komplexeren Sozialleben. Die Großhirnrinde ist unter anderem zuständig für die Verarbeitung von Erfahrungen, das logische Denken, Entscheidungsfindungen und Verhalten.

In derselben Ausgabe von "Nature" beschreibt Charles Stevens vom Salk Institut in La Jolla (USA), dass die Zahl der Nervenzellen in bestimmten Hirnregionen von Primaten nach einem speziellen mathematischen Gesetz überproportional steigt. So benutzen Menschen etwa vier Mal so viele Nervenzellen, um vom Auge ausgehende Signale zu verarbeiten, wie Tarsier, die zu den Halbaffen zählen.

Diese zusätzlichen Nervenzellen könnten nötig sein, um die Informationen, die von der größeren Netzhaut mit ihrer höheren Auflösung geliefert werden, völlig auszuwerten, vermutet Stevens. Ein solches überproportionales Wachstum könnte ein weiterer Grund für die stark erweiterte Großhirnrinde des Menschen sein.(APA/dpa)

"Nature" (Bd. 411, S. 189)
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