Thomas D setzt nun auf "Alternative zur Berieselung"

9. Mai 2001, 15:08
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...wo Alexander Veljanov ein "positives Album" aufbietet

Wien - Zwei auf, wie versichert wird, nur temporären Solopfaden wandelnde Stars der jüngeren deutschen Popbranche, Thomas D und Alexander Veljanov, stellten Soloalben vor - und beide rechtfertigten ihren Stilwandel.

"Nicht depressiv geworden"

"Was der Mainstream gerade macht, war nie mein Ding. Aber ich habe trotzdem viele Menschen erreicht", äußerte Thomas D, deutscher Rapper und Mitglied der Fantastischen Vier am Dienstag in Wien bei Vorstellung seines ersten Konzeptalbum "Reflektor Falke - Lektionen in Demut": "Leute, die ATC oder die Backstreet Boys mögen, können sich auch meine CD anhören. Das widerspricht sich nicht, sondern ist eine Alternative zur Berieselung".

"Ich habe als Thomas D einen Wiedererkennungswert. Dennoch fordere ich die Fans, weil es kein leichtes Album ist. Es weist keine Sommerhits auf." Aber: "Ich bin nicht depressiv geworden. Ich besinne mich auf Dinge, die mir wichtig sind. Ich wollte mich bewusst zu einer Seite bekennen: Der lustige, bunte Thomas ist diesmal unter den Tisch gefallen, dafür kommt der kriegerische zum Vorschein, aber auch der Liebesbriefschreiber."

Nicht mehr erdig

Und auch Alexander Veljanov, Sänger des Elektronik-Duos Deine Lakaien, legt mit "The Sweet Life" ein Solo-Projekt vor, inspiriert vom Synthesizer-Stil der achtziger Jahre. Das erste Album "Secrets Of The Silver Tongue" wäre "ein Befreiungsschlag" gewesen: "Deine Lakaien werden außerhalb der Wave- und Gothik-Szene nahezu totgeschwiegen", klagt er. Dabei schaffte es ihr vergangenes Album bis auf Platz acht der deutschen Charts. "Mit 'Secrets Of The Silver Tongue' konnte ich mich in einem Umfeld positionieren, wo etwa ein Nick Cave steht. So habe ich auch 40 Jahre alte Familienväter erreicht, die nie in Clubs gehen."

Sein zweites Solowerk huldigt dagegen dem Synthesizer-Sound der achtziger Jahre: "Das erste Album war eher sperrig, bodenständig, erdig", sagt er. Beim neuen Album habe er dagegen mehr seine Vorstellungen von Popmusik umsetzen können. "Mich reizt die Möglichkeit, als Solokünstler alles ausprobieren zu können. Da mein Musikgeschmack sehr breit gefächert ist, möchte ich mit Vielseitigkeit überraschen und überzeugen. Ich wollte ein entspanntes, positives Album aufnehmen, ohne in Oberflächlichkeit oder Beliebigkeit abzudriften." (APA/AP/red)

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