Anonym und werbefrei durchs Netz surfen

9. Mai 2001, 15:54
3 Postings

HTTP-Proxies schützen private Daten

Kaum war das Internet geboren, wurden auch schon die ersten Werbefilter eingesetzt. Diese Programme ermöglichten den Usern das Entfernen von unliebsamer Werbung und verhinderten das Preisgeben von persönlichen Daten an Inhaltsanbieter und deren Werbepartner. Das brichtet die IT-Zeitschrift IX in ihrer aktuellen Ausgabe.

Von einem Zusatz zu einem eigenständigen Programm

Mittlerweile sind aus den einstigen Zusätzen eigenständige Programme geworden, die in unzähligen Ausformungen im Netz zu finden sind. Bei Flourish findet man eine Auswahl der wichtigsten Filter.

Open Source und kostenlos

Zu den beliebtesten und bekanntesten Programmen gehören der Open Source-Vertreter Junkbuster und der, für den Heimanwender kostenlose Webwasher. Bei den meisten dieser Filter reicht es aus seinen Browser so einzustellen, dass ein Zugang zum Internet nicht über den direkten Weg eingerichtet wird, sondern über einen entsprechenden HTTP-Proxy. Dies ist sowohl für den Anwender als auch für die Entwickler wesentlich einfacher als extra neue Programme zu schreiben und zu installieren.

Der Test

Junkbuster und Webwasher können entweder auf den gewöhnlichen Clients laufen oder über einen nicht gefilterten Proxy laufen. Ihre Arbeitsweise entspricht typischen HTTP-Proxies. Um einen Filter zu verwenden müssen zunächst einige Entscheidungen getroffen werden: Der User muss sich im Klaren darüber sein, wem er vertrauen will und wem nicht beziehungsweise was er zulassen oder verhindern will. Dann können sogennante „Blocklisten“ erstellt werden, die ungewünschte Daten blockieren und unkontrollierten Datenfluss verhindern soll. Im Gegensatz dazu können werden die Daten und Seiten, die der Filter unberücksichtigt lassen soll auf „White (oder „Trusted“-) Lists gesetzt.

Cookie oder nicht Cookie – Das ist hier die Frage

Innerhalb dieser Einteilungen können auch solche Seiten ausgewählt werden, die Cookies auf dem PC hinterlassen dürfen. Auch gegen „Spionageangriffe“ aus Grafiken lassen sich diese Filter einsetzen. Man kann dann entweder nach bestimmten Grafikformaten filtern oder auf Blocklisten zurückgreifen.

Nutzungsprofile, die nicht nützen

Eine andere Art der Datenerfassung stellen die „HTTP-Referrer“ dar. Diese Information wird standardmäßig von jedem Browser an den Server geschickt und erleichtert es den Unternehmen ein Nutzungsprofil des Users zu erstellen. Auch diese Funktion können Filterprogramme deaktivieren.

WebWasher oder Junkbuster?

Vor nun mehr rund 2 Jahren kam der WebWasher auf den Markt. Zunächst war die Entwicklung noch in den Siemens-Konzern eingebunden, der große Erfolg führte allerdings zur Gründung einer eigenen Firma namens Webwasher.com. Der WebWasher liegt in einer Windows- und Linux-Variante vor und ist für Privatanwender kostenlos zu beziehen. Wobei in der Linux-Version einige Unterschiede festzustellen sind.

So ist die Anzahl der Clients beschränkt und aktive Inhalte (Active X, Java, etc.) müssen manuell eingestellt werden um durch die Filter zu laufen. Beide Versionen sind einfach zu bedienen und erfordern keine endlosen Listen von zu filternden Seiten. Es reichen standardisierte Angaben nach denen dann gefiltert werden kann. Probleme bereiten dem Programm allerdings Grafiken deren HTML-Quellcode so verändern wurde, dass sie nicht mehr richtig angezeigt werden oder komplett verschwinden. Diese Schwäche lässt sich aber beseitigen indem Navigationen oder andere hilfreiche Grafiken vom Filter ausgenommen werden.

Junkbuster

Junkbuster ist der Standardfilter unter Linux. Durch den freien Quellcode ist das Programm auf viele Betriebssysteme portiert. Die Bedienung ist auch bei diesem Programm ziemlich einfach, wenn auch der Komfort nicht so groß ist, wie beim WebWasher. Auch bei diesem Filter werden standardisierte Ausdrücke für URL-Filter unterstützt.

Besser mit Datenschutz

Die Bedeutung von Filter-Software wird in den nächsten Jahren sicher noch steigen, allerdings sollten viele User schon jetzt die Möglichkeit nutzen, unerwünschtem Datenfluss Einhalt zu bieten und ihre Privatsphäre zu schützen. (red)

Share if you care.