"Der Milliardär muss seine Geschäfte verteidigen"

9. Mai 2001, 13:47
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Rutelli warnt gemäßigte Wähler vor ,Berluconi-Gefahr"

Rom - Der Premierkandidat der italienischen Regierungskoalition, Francesco Rutelli, hat die gemäßigten Wähler vor der Gefahr gewarnt, die seiner Ansicht nach Berlusconi für das Land darstelle. "Ein gemäßigter Wähler hat in Italien bestimmt mehr von Berlusconi zu befürchten als von der Regierungskoalition", sagte Rutelli. Seiner Ansicht nach habe sein Mitte-Links-Lager größere Erfolgschancen, da auf Berlusconi der Schatten der Interessenskonflikte laste. "Der Milliardär muss seine Geschäfte verteidigen", so Rutelli.

Der Chef der rechten Nationalallianz (AN), Gianfranco Fini, bestritt unterdessen, dass sich die Wähler vom Problem der Interessenskonflikte Berlusconis beeinflussen lassen. "In den ersten drei Monaten der neuen Legislaturperiode wird die Mitte-Rechts-Regierung ein Gesetzesprojekt zur Bekämpfung der Interessenskonflikte verabschieden. Die Linke hat sich bisher nur Gesetzprojekte ausgedacht, die Berlusconi stark benachteiligen. Dabei ist seine Mediengesellschaft ein Erbgut für das ganze Land", sagte Fini.

Fini: "Wichtigster Wahlkampf seit Jahren<">

Der laufende Wahlkampf ist nach den Worten des AN-Chefs der wichtigste Wahlkampf seit Jahren. "Sollte wieder die Mitte-Links-Koalition siegen, würde Italien ein definitiver Niedergang drohen. Wenn wir gewinnen, gibt es konkrete Chancen eines Neubeginns. Das Italien der Regierungskoalition ist heute auf internationaler Ebene viel zu schwach", argumentierte Fini.

Oppositionschef Berlusconi appellierte an die Italiener, massiv am Urnengang teilzunehmen "Es ist wichtig, dass das Haus der Freiheiten einen deutlichen Wahlsieg verzeichnet, der uns sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat eine solide Mehrheit garantiert. Wir haben ein umfangreiches Programm ausgearbeitet, das wir in den nächsten fünf Jahren verwirklichen müssen. Daher ist ein deutlicher Wahlsieg von großer Bedeutung, um uns stärkere Durchsetzungskraft zu sichern", so Berlusconi. Seiner Ansicht wäre es ein großer Fehler, nicht wählen zu gehen: "Damit entscheidet man, dass alles wie in den letzten fünf Jahren weitergehen soll." (APA)

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